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Offener Brief an Nasrin Sotoudeh

340 iranische MenschenrechtsaktivistInnen, Oppositionelle und Kulturschaffende haben die inhaftierte Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh in einem offenen Brief darum gebeten, ihren Hungerstreik zu beenden. Auszüge aus dem Brief wurden am Mittwoch auf mehreren persischsprachigen Nachrichtenportalen veröffentlicht. Nur die Gesundheit von AktivistInnen wie Sotoudeh könne eine Fortsetzung des Kampfes um zivilgesellschaftliche Rechte im Iran gewähren, schreiben die VerfasserInnen. Sotoudehs Engagement gegen die Todesstrafe und den Kopftuchzwang im Iran könne man nicht als „illegal“ bezeichnen, heißt es in dem Brief in Richtung der Verantwortlichen: Dies seien „die wichtigsten Forderungen der iranischen Zivilgesellschaft“.

Die im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftierte Sotoudeh befindet sich seit dem 25. August aus Protest gegen ihre Verhaftung und die Repressalien gegen ihre Familie im Hungerstreik. Die renommierte Menschenrechtsanwältin war im Juni erneut verhaftet worden, nachdem sie die Verteidigung mehrerer Teilnehmerinnen an Protesten gegen den Kopftuchzwang im Iran übernommen hatte. Im August wurde sie vom Teheraner Revolutionsgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Am 4. September wurde auch Sotoudehs Ehemann Reza Khandan festgenommen. Der Menschenrechtsaktivist hatte auf Facebook mitgeteilt, das Geheimdienstministerium habe ihn telefonisch vorgeladen. Als er den Anrufer darauf hingewiesen habe, dass allein die Justiz schriftlich und unter Angabe von Gründen zur Vorladung von BürgerInnen berechtigt sei, habe dieser erwidert: „Dann wirst du verhaftet.“

Khandan hatte vor seiner Verhaftung täglich in den sozialen Netzwerken gegen die Verhaftung seiner Frau protestiert und über ihren Gesundheitszustand im Gefängnis berichtet.

(fh)