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Britisch-Iranerin wegen angeblicher Umsturzpläe in Haft

Die iranische Revolutionsgarde wirft der britisch-iranischen Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliff Spionage und „Aktivitäten für den Sturz der islamischen Republik“ vor. Eine entsprechende Erklärung ist am Mittwoch von der iranischen Revolutionsgarde in der südiranischen Provinz Kerman veröffentlicht worden. Demnach soll Zaghari-Ratcliff in Verbindung mit iranischen Unternehmen und Organisationen gestanden haben, die mit dem  Ausland zusammenarbeiten und einen sogenannten „sanften Sturz“ im Iran planten.

Zaghari-Ratcliff, Projektleiterin bei der Thomson-Reuters Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung zur Förderung von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Fortschritt, unabhängigem Journalismus und Rechtsstaatlichkeit, war am 3. April am Teheraner Imam-Khomeini-Flughafen von der Revolutionsgarde festgenommen worden. Die 37-Jährige befand sich mit ihrer kleinen Tochter nach einem Besuch bei ihrer Familie in Teheran auf der Abreise nach Großbritannien. Ihre Tochter wurde den Großeltern übergeben, die sie zum Flughafen begleitet hatten. Der Reisepass ihrer Tochter, die britische Staatsbürgerin ist, wurde von den Behörden beschlagnahmt, das 22 Monate alte Kind befindet sich nach wie vor im Iran. Zaghari-Ratcliff wurde eine Woche lang in einer Haftanstalt in Teheran festgehalten und anschließend in eine Hafteinrichtung in Kerman verlegt.

Ihr Londoner Ehemann Richard Ratcliff weist die Anschuldigungen der Revolutionsgarde zurück. In einem Interview mit der britischen Zeitung The Daily Telegraph sagte Ratcliff am Mittwoch, seit dem 5. Juni sei der telefonische Kontakt seiner Ehefrau mit ihrer Familie abgebrochen.

(fh)