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Mysteriöser Tod eines Umweltschutzaktivisten

Die Hintergründe des Todes von Farshid Haki, iranischer Rechtsanwalt und Umweltschutzaktivist, sind nach wie vor unklar. Während einige der Revolutionsgarde nahe stehenden Nachrichtenagenturen gestern meldeten, die gerichtsmedizinischen Untersuchungen hätten eine Selbstverbrennung ergeben, bestreitet die Justiz dies und betont, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Hakis Anwalt und seine Familie schließen einen Selbstmord aus.

Die Polizei hatte am Mittwoch, den 17. Oktober, die verbrannte Leiche des 43-Jährigen in seinem Auto in der Nähe seiner Wohnung in Teheran gefunden.

Abdolreza Davari, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Barresi haye Eghtesadi, der mit Haki zusammenarbeitete, twitterte, Haki sei zuerst ermordet und dann verbrannt worden. Der Mord sei politisch motiviert und hänge mit Hakis „kritischen Äußerungen“ und seinem „Kampf für Gerechtigkeit“ zusammen. Er habe das Informationsministerium um Aufklärung gebeten, so Davari.

Hakis mysteriöser Tod sorgt auch in den sozialen Netzwerken für große Empörung. Viele UserInnen vergleichen seinen Tod angesichts der zunehmenden Repressalien gegen UmweltschützerInnen im Iran mit dem Tod des inhaftierten iranisch-kanadischen Umweltexperten Kavous Seyed Emami. Emami, Gründer und Chef der Persian Wildlife Heritage Foundation (PWHF), war im Januar mit sechs weiteren UmweltschützerInnen festgenommen worden. Die Justiz warf ihnen vor, „unter dem Deckmantel des Umweltschutzes“ strategische Informationen gesammelt und an Ausländer weitergegeben zu haben. Zwei Wochen später wurde Seyed Emamis Familie mitgeteilt, er habe sich in seiner Zelle erhängt. Seine Angehörigen fordern, die Todesursache von einer unabhängigen Organisation untersuchen zu lassen.

(fh)