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Narges Mohammadis Mutter appelliert an Rouhani

Ozra Bazargan, die Mutter der inhaftierten Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi, fordert in einem Brief an den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani, den Fall ihrer Tochter prüfen zu lassen. Narges Mohammadi befindet sich seit dem 20. Juni im Hungerstreik. Die seit Mai 2015 im Teheraner Evin-Gefängnis Inhaftierte protestiert damit gegen das Verbot, mit ihren in Paris lebenden Kindern zu telefonieren.

Seit Juli vergangenen Jahres leben Mohammadis Zwillinge bei ihrem Vater in Paris. Der Oppositionelle hatte den Iran 2011 wegen staatlicher Verfolgung verlassen. Auch er klagt über die Einschränkungen für die Insassinnen im Frauentrakt 209 des Evin-Gefängnisses. Ihnen werde kein Telefon zur Verfügung gestellt und ihnen damit ihr Recht auf Kontakt zu ihren Familien genommen.

„Im Iran scheint das Mutter Sein wie ein Verbrechen zu sein“, schreibt Bazargan in ihrem Brief an den Präsidenten. Ihr Tochter bestehe auf ihre Rechte als Mutter und kämpfe deswegen mit dem Hungerstreik für sich und andere Mütter in dem Frauentrakt. Sie ist zudem besorgt über den Gesundheitszustand ihrer Tochter, die wegen einer neurologischen Erkrankung bis zu 15 verschiedene Medikamente einnehmen muss.

Mohammadi war im Mai dieses Jahres vom Teheraner Revolutionsgericht zu zehn Jahren Haft wegen „Verschwörung gegen die Islamische Republik“, „Propaganda gegen die Regierung“ und „Mitarbeit an einer verbotenen Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe im Iran“ verurteilt worden. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin des Zentrums zum Schutz der Menschenrechte, einer iranischen Nichtregierungsorganisation, die in Fällen von Menschenrechtsverletzungen unentgeltlich juristische Unterstützung leistete. Das Zentrum ist mittlerweile verboten worden.

(fh)