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Appell für Freilassung kranken Physikers

Der zu zehn Jahren Haft verurteilte iranische Physiker Omid Kokabee ist lebensgefährlich an Krebs erkrankt. Der Wissenschaftler sei dennoch lange Zeit nicht ausreichend medizinisch versorgt worden, kritisieren Menschenrechtsorganisationen. Sie fordern seine Freilassung.

Kokabee wurde am 20. April in einem Teheraner Krankenhaus operiert. Dabei soll ihm eine Niere entfernt worden sein. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat die iranische Justiz aufgefordert, den Wissenschaftler nicht, wie sonst bei Gefangenen üblich, nach der Operation wieder ins Gefängnis zu bringen, sondern ihm Zeit zur Genesung zu geben.

Omid Kokabee war im Januar 2011 am Teheraner Flughafen verhaftet worden. Er hatte Verwandte im Iran besucht und war auf der Rückreise in die USA, wo der Physiker damals Doktorand an der Universität von Texas war. Nach 15 Monaten in Untersuchungshaft wurde er im Mai 2012 wegen „Kontakts mit feindlich gesinnten Ländern“ und „Erhalt verbotener Zahlungen“ zu zehn Jahren Haft verurteilt. Laut Amnesty International (ai) handelt es sich bei den Zahlungen um das Stipendium der Universität Texas. Vor Gericht sei kein Beweismaterial gegen ihn vorgelegt worden, so ai. Die Menschenrechtsorganisation geht davon aus, dass Kokabee „sich nur deshalb im Gefängnis befindet, weil er sich weigerte, für das iranische Militär an Nuklearprojekten zu arbeiten, und weil er legitime akademische Verbindungen mit Hochschulinstitutionen im Ausland unterhält“.

Kokabee hat kürzlich in einem offenen Brief aus dem Gefängnis geschrieben, es sei der Wissenschaft und der Wissenschaftler „unwürdig, gegen die Menschlichkeit und im Dienste von Diktatoren zu stehen und für die Festigung des Aberglaubens und des Dogmatismus zu arbeiten“. (fp)