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Kritik an Gewalt gegen Anti-Kopftuch-Aktivistinnen

Rund 70 iranische DokumentarfilmemacherInnen haben in einem offenen Brief die Gewalt gegen Frauen, die gegen die Kopftuchpflicht im Iran protestiert haben, als „ärgerlich und beschämend“ bezeichnet. Der Brief richtet sich an die Chefs des Parlaments, der Regierung und der Justiz und wurde am Montag auf persischsprachigen Nachrichtenportalen veröffentlicht.

Das Gesetz spreche den Verantwortlichen keinerlei Recht zu, gegen Frauen, die friedlich demonstrierten, mit Gewalt vorzugehen, so die VerfasserInnen. Sie fordern die Staatsvertreter auf, auch kritische Stimmen im Land zu tolerieren. Der Brief wurde unter anderem von Pegah Ahangarani, Mahnaz Mohammadi und Mina Akbari unterschrieben.

Hintergrund ist ein am Wochenende veröffentlichtes Video, das von Passanten per Handy aufgenommen wurde. Es zeigt, wie eine junge Frau, die in Teheran gegen die Kopftuchpflicht protestiert, von Sicherheitskräften von einem Verteilerkasten gestoßen wird. Sie sei schwer verletzt worden, heißt es in dem offenen Brief.

Die seit mehr als zwei Monaten andauernden Proteste von Frauen im Iran gegen den staatlichen Kopftuchzwang halten trotz der Repressalien an. In sozialen Netzwerken werden immer wieder Fotos von Frauen gepostet, die in iranischen Städten ihre Kopftücher an einen Stock gebunden in die Höhe halten, um damit gegen die gesetzliche Kopftuchpflicht zu protestieren. Inzwischen sind mehr als 31 Frauen in diesem Zusammenhang verhaftet worden.

(fh)