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Hohe Haftstrafe für Rechtsanwalt

Die „schockierende“ Haftstrafe gegen den Rechtsanwalt Amir Salar Davoudi sei eine „unerhörte Ungerechtigkeit“. Das sagte Philip Luther, Leiter der Abteilung Recherche und Lobbyarbeit für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International (AI), am Dienstag. Das Revolutionsgericht in Teheran hatte Davoudi am Montag wegen Beleidigung des religiösen Führers, Propaganda gegen den Staat und der Einrichtung eines Kanals auf dem Messengerdienst Telegram zu 30 Jahren Haft und 111 Peitschenhieben verurteilt. „Die Einrichtung eines Telegram-Kanals zur Aufdeckung von Menschenrechtsverletzung ist kein Verbrechen“, so Luther. AI fordere daher die sofortige Freilassung des Rechtsanwalts.

Davoudi wurde im November 2018 verhaftet und wird seither im berüchtigten Evin- Gefängnis festgehalten. Während seiner Inhaftierung ist ihm nur eingeschränkter Kontakt zu seiner Familie gestattet. Der letzte Besuch seiner Ehefrau Tannaz Kolahchian liegt drei Monate zurück. Auf Twitter schreibt sie, dass ihr Mann die ersten 190 Tage in einer Einzelzelle eingesperrt gewesen sei.

In den vergangenen Jahren haben iranische Gerichte zunehmend harte Urteile gegen Menschenrechtsanwält*innen verhängt. Eine davon gegen Nasrin Sotoudeh, eine bekannte Menschenrechtsanwältin, die sich zuletzt gegen das iranische Verschleierungsgesetz zur Wehr gesetzt hat. Im März 2019 wurde sie zu insgesamt 38 Jahren und sechs Monaten Haft sowie 148 Stockhieben verurteilt. Ein weiterer Anwalt, Mohammad Najafi, wurde zu insgesamt 17 Jahren Gefängnis und 74 Peitschenhieben verurteilt.

(fh)