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Innenminister befürwortet Hedschab-Warnung per SMS

Der iranische Innenminister Aboldreza Rahmani Fazli hat die neue Maßnahme der Polizei begrüßt, Iranerinnen per SMS für „Fehl-Verhalten in der Öffentlichkeit“ zu ermahnen. Die Kurznachrichten mit Hinweisen auf „moralische Werte“ würden zur Einhaltung der islamischen Regeln führen, erklärte Rahmani Fazli am Sonntag.

Mit den SMS der Sittenpolizei werden Fahrerinnen, die sich im Auto nicht an die strengen islamischen Kleidervorschriften „Hedschab“ halten, gewarnt. Nach drei Warnungen werden sie ins Revier einbestellt.

In der vergangenen Woche mussten bereits Dutzende Betroffene beim Teheraner Polizeirevier für Sitten-Angelegenheiten schriftlich versichern, dass sie sich künftig an die islamischen Regeln halten werden.

Einige der SMS wurden auf sozialen Netzwerke veröffentlicht. Offenbar konnte die Polizei durch die Autokennzeichen an Handynummern und sonstige Daten der BesitzerInnen kommen. Infolgedessen bekamen auch Männer die Warn-SMS, da das Auto auf ihren Namen angemeldet war.

Iranische FrauenrechtlerInnen kämpfen seit Jahren für die freie Kleiderwahl von Frauen. Laut einer Studie des staatlichen parlamentarischen Forschungszentrums des Iran IPRC von 2018 sind 70 Prozent der iranischen Frauen gegen staatliche Bekleidungsvorschriften und Kopftuchzwang.

Die ultrakonservative Führung des Iran lehnt aber eine Lockerung der strengen Bekleidungsvorschriften bislang ab und behauptet, die Mehrheit der Iranerinnen trage den „Hedschab“ freiwillig.

(fh)