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Haftstrafe gegen Anti-Kopftuch-Aktivistin

Ein Teheraner Gericht hat die 32-jährige IT-Studentin Maryam Shariyatmadari zu einem Jahr Haftstrafe wegen „Propaganda für Freizügigkeit und Verdorbenheit durch das Abnehmen des Kopftuchs“ verurteilt. Das teilte ihre Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh am Dienstag mit.

Shariyatmadari war am 24. Februar verhaftet worden, als sie gegen den Kopftuchzwang protestierte. Ein in sozialen Netzwerken veröffentlichtes Video zeigt, wie sie von dem Verteilerkasten, auf dem sie ihr Kopftuch an einen Stock gebunden in die Höhe hält, von Sicherheitskräften heruntergestoßen wird. Kurz darauf veröffentlichten rund 70 iranische Dokumentarfilmemacherinnen einen öffentlichen Brief, in dem es hieß, das Gesetz spreche den Verantwortlichen keinerlei Recht zu, gegen Frauen, die friedlich demonstrierten, mit Gewalt vorzugehen. Zudem forderten sie die Staatsvertreter auf, auch kritische Stimmen im Land zu tolerieren.

Die ultrakonservative Führung des Iran lehnt eine Lockerung der strengen Bekleidungsvorschriften für Frauen auch 39 Jahre nach der Revolution ab. In den vergangenen drei Monaten waren in sozialen Netzwerken immer mehr Fotos von Frauen aufgetaucht, die in iranischen Städten ihre Kopftücher an einen Stock gebunden in die Höhe halten, um gegen die gesetzliche Kopftuchpflicht zu protestieren. Inzwischen sind mehr als 31 Frauen in diesem Zusammenhang verhaftet worden. Die iranischen Ordnungskräfte hatten angekündigt, Propaganda für „kopftuchfreie Bekleidung“ werde nach Paragraf 639 des iranischen Strafgesetzbuches mit ein bis zehn Jahren Haft bestraft.

(fh)