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Situation inhaftierter Franko-Iranerin unklar

Das französische Außenministerium hat den Iran aufgefordert, ihm „genaue Informationen“ zur Situation der in Teheran verhafteten Wissenschaftlerin Fariba Adelkhah zu geben. Frankreich habe bis heute keine zufriedenstellende Auskunft darüber erhalten, hieß es am Montag. Zudem soll dem französischen Konsulat in Teheran Kontakt zu der französisch-iranischen Staatsbürgerin gewährt werden.

Am Sonntag hatte der Sprecher der iranischen Regierung, Ali Rabie, die Festnahme der Wissenschaftlerin bestätigt. Details über die Hintergründe oder Beschuldigungen gegen Adelkhah gab Rabie nicht bekannt.

Adelkhah studierte in Straßburg Soziologie und promovierte 1989 an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris. Zuletzt war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der weltweit renommierten Hochschule L’institut d’études politiques de Paris (Sciences Po) tätig. Dort führte sie mehrere Forschungsprojekte zur gesellschaftlichen Situation von Frauen im Iran und in Afghanistan durch.

Adelkhah war bei einer Iran-Reise Mitte Juni in ihrer Wohnung in Teheran festgenommen worden. Seitdem gibt es keine genauen Informationen über ihren Verbleib.

Es ist nicht das erste Mal, dass Doppelstaatler*innen im Iran verhaftet werden. Die britisch-iranische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, Projektmanagerin bei der Thomson Reuters Stiftung, die kanadisch-iranische Universitätsprofessorin Homa Hoodfar und der amerikanisch-iranische Wirtschaftsberater Siamak Namazi sind nur einige davon.

Meist wird ihnen vorgeworfen, „Spionage für ausländische Geheimdienste“ betrieben oder einen „sanften Sturz“ des iranischen Regimes geplant zu haben. Menschenrechtsorganisationen beklagen immer wieder, dass den Doppelstaatler*innen faire Gerichtsprozesse verweigert und sie als „politische Geiseln“ im Zuge von Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und dem Westen festgehalten würden.

(fh)