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Keine Dieselpartikelfilter wegen Sanktionen

Der iranische Autohersteller Iran Khodro Diesel hat die Installation von Dieselpartikelfiltern (DPF) bei LKW vorübergehend eingestellt. Hintergrund sind die US-Sanktionen. Diese richten sich nicht nur gegen den Iran, sondern auch gegen Firmen, die mit der Islamischen Republik Geschäfte machen. Große europäische Unternehmen wie Daimler, Peugeot-Citroen und Volvo haben ihre Geschäfte mit dem Iran deshalb bereits gestoppt.

Iran Khodro Diesel hat den iranischen Vize-Präsidenten Eshagh Jahangiri um eine diesbezügliche Sondererlaubnis gebeten. Im Netz kursiert das offizielle Schreiben, in dem Jahangiri den Industrie- und Handelsminister sowie den Leiter der staatlichen iranischen Umweltorganisation auffordert, angesichts der US-Sanktionen sowie der großen Nachfrage nach LKW vorübergehend die Produktion ohne DPF zu genehmigen.

Der Brief sorgte in den sozialen Netzwerken für Empörung. „Wie kann man unter dem Vorwand der Sanktionen mit der Gesundheit von Menschen spielen?“, fragt etwa ein Twitter-User.

Luftverschmutzung ist im Iran ein großes Problem. In der iranischen Hauptstadt gelangen täglich mehr als 1.000 Tonnen Schadstoffe überwiegend durch Autoabgase in die Luft. Jeden Monat sterben durchschnittlich 277 Menschen an den Folgen der drastischen Luftverschmutzung. Eine Untersuchung des iranischen Asthma-Allergie-Verbands ergab, dass die Zahl der Asthmakranken in Teheran sich innerhalb eines Jahres um 35 Prozent erhöht hat.

(fh)