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Altersheim für Baha’i soll geschlossen werden

Seit zwei Wochen versucht das Gesundheitsamt der Stadt Karaj, das dortige Altersheim für Angehörige der Glaubensgemeinschaft der Baha’i zu schließen. Am 27. Juni waren Beamte mit dem Versuch gescheitert, die Bewohner*innen aus dem Heim zu holen und das Gebäude zu versiegeln. Daraufhin wurde der Leiter des Heims von der Staatsanwaltschaft einbestellt. Am 3. Juli wurde erneut versucht, das Heim zu räumen, diesmal mit staatsanwaltschaftlicher Anordnung. Demnach sollten die Bewohner*innen in andere Unterkünften verlegt und das Heim versiegelt werden. Offizielle Begründungen für die Entscheidung wurden nicht genannt.

Laut dem persischsprachigen Nachrichtenportal Human Rights Activists News Agency (HRANA) scheiterte auch der zweite Räumungsversuch am Widerstand der Bewohner*innen, die unter anderem Videos und Bilder in sozialen Netzwerken veröffentlichten, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Auf alle Fotos sieht man ein Protestplakat, auf dem es zu lesen ist: „Stoppt die Belästigung älterer Baha’i im Iran (Karaj). Hier ist unser Zuhause.“

Das Heim war vor zwanzig Jahren mit offizieller Genehmigung des Gesundheitsamts für Angehörige der Baha’i eröffnet worden.

Über 300.000 Baha’i leben im Iran. Sie bilden die größte religiöse Minderheit des Landes und werden vom Staat wegen ihres Glaubens verfolgt. Neben dem Studium werden Baha’i seit Jahren auch von staatlichen Berufen ausgeschlossen. In den vergangenen vier Jahren wurde die Baha’i auch im ökonomischen und kulturellen Bereich systematisch diskriminiert. Demnach wurden mehr als 400 Baha’i, die Läden oder Betriebe führten, von der Regierung gezwungen, ihre Geschäfte zu schließen. (fh)

Der Protest der Bewohner des Altersheim (auf Persisch):