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Großbritannien besorgt über Hafturteil gegen Juristin

Das britische Außenministerium äußerte sich am Sonntag besorgt über ein in Teheran verhängtes Hafturteil gegen die britische Staatsbürgerin Ghoncheh Ghavami. Das meldete die Webseite des persischsprachigen Radio Farda. Demnach gebe es Informationen, dass die Juristin wegen des Vorwurfs der „Propaganda gegen das Regime“ zu einem Jahr Haft verurteilt worden sei. Die britische und iranische Staatsbürgerin Ghavami studierte Jura an der Londoner SOAS-Universität und kehrte 2013 in den Iran zurück.

Gestern hatte der Anwalt der 25-Jährigen der Nachrichtenagentur ILNA mitgeteilt, der Richter hätte ihm das Urteil zwar bereits gezeigt, es aber noch nicht offiziell verkündet. Die letzte Gerichtsverhandlung gegen Ghavami fand vor drei Wochen statt. Laut Gesetz muss das Gericht das Urteil spätestens eine Woche nach Prozessende verkünden.

Ghoncheh Ghavami befindet sich seit 125 Tagen im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Einzelhaft. Im Oktober trat sie aus Protest über ihre „unklare Situation“ für mehrere Tage in den Hungerstreik. Die Juristin war im Juni bei einer Protestaktion iranischer Frauenrechtlerinnen gegen das Zutrittsverbot für weibliche Zuschauerinnen vor dem Azadi-Stadion in Teheran festgenommen worden. Die Polizei beschlagnahmte damals zunächst ihre privaten Gegenstände, ließ sie aber am selben Tag wieder frei. Als Ghavami am 9. Juli zur Polizei ging, um ihre persönlichen Sachen abzuholen, wurde sie erneut inhaftiert. Der iranische Justizsprecher Gholamhossein Mohseni Ejei betonte allerdings, die Verhaftung von Ghavami habe nichts mit der Versammlung vor dem Sportstadion zu tun.

(fh)