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Iranisches Frauen-Musikfestival in Berlin

Am Sonntag ist das dreitägige Festival „Female Voice of Iran – Frauenstimmen des Iran“ mit Konzerten, Workshops und Filmen in der Villa Elisabeth in Berlin erfolgreich zu Ende gegangen. Erstmals wurden dabei elf iranische Solo-Sängerinnen der jüngeren Generation nach Berlin eingeladen, um ein Forum des musikalischen Austauschs zu schaffen. Die Sängerinnen wurden von ihren Bands begleitet und gaben nicht nur Solokonzerte, sondern musizierten auch gemeinsam.

Veranstaltet wurde das Festival von der Zeitgenössischen Oper Berlin sowie zwei Kuratorinnen, der Komponistin und Sängerin Cymin Samawatie und der Musikethnologin Yalda Yazdani. Die in Deutschland geborene und aufgewachsene Samawatie trat selbst auch als Sängerin auf. Die Idee für das Festival kam von Yazdani, die für ihre wissenschaftliche Arbeit den Iran bereist hatte, um weibliche musikalische Stimmen zu finden. „Frauen aus verschiedenen Städten des Iran mit unterschiedlichen Backgrounds und Musikstilen sollten zusammenkommen und ihre Stimmen Exil-IranerInnen und anderen präsentieren“, so Yazdani in einem Interview mit der Deutschen Welle Farsi.

Eine Besonderheit des Festivals war, dass die Solo-Sängerinnen in Berlin auch vor männlichem Publikum auftreten konnten. Seit der islamischen Revolution von 1979 ist Frauen das Solo-Singen vor gemischtem Publikum im Iran verboten. Nach Meinung der islamischen Machthaber verführt die weibliche Stimme Männer zu „Amoralität“. Sängerinnen dürfen im Iran nur im Chor oder in Ensembles gemeinsam mit Männern singen.

(fh)