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Feinstaubalarm im Südwestiran

Dutzende EinwohnerInnen der südiranischen Stadt Ahwaz haben am Dienstag vor dem Gouverneurshaus die Verantwortlichen aufgefordert, etwas gegen die seit Tagen anhaltenden hohen Feinstaubwerte in der Luft zu unternehmen. Das meldeten iranische Nachrichtenagenturen. Laut der Umweltschutzorganisation der Provinz Khuzestan lagen die Werte in der Stadt Ahwaz am Dienstag bei 9.989 Mikrogramm pro Kubikmeter und damit um 66 Prozent über den zulässigen Richtwerten. Allein am Dienstagvormittag mussten 230 Menschen mit Atemproblemen in die Krankenhäuser der Stadt eingeliefert werden.

Ebenfalls am Dienstag forderte der Abgeordnete Shokrkhoda Moussawi Präsident Hassan Rouhani dazu auf, unverzüglich ein Sonderkomitee einzurichten, um die Feinstaub-Krise zu bewältigen. Moussawi vertritt die Stadt Ahwaz im iranischen Parlament.

Seit Tagen ist die Luft in den iranischen Provinzen Khuzestan und West-Aserbaidschan schwer mit Feinstaub belastet. Schulen und Behörden in mehr als neun Städten der Provinzen sind deshalb seit drei Tagen geschlossen. Vor allem die Stadt Ahwaz leidet unter der staubigen Luft. Dort lag die Sichtweite teilweise nur bei 150 Metern.

Die Millionenstadt Ahwaz liegt am Ufer des Flusses Karun in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war sie bereits 2011 die Stadt mit der weltweit höchsten Feinstaubkonzentration in der Luft. Umweltexperten halten das Abholzen der Wälder, die Ausbeutung der Quellen der Flüsse Karun und Karkhe, den ausgetrockneten Orumie-See und verschmutzte Lagunen für die Hauptursachen der hohen Luftverschmutzung in den Westprovinzen. Die iranischen Behörden dagegen machen die Nachbarländer, vor allem den Irak, für das Problem verantwortlich.

(fh)