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Druck auf Angehörige iranischer Journalist*innen im Ausland

Immer mehr iranische Journalist*innen, die bei persischsprachigen Medien im Ausland arbeiten, berichten in sozialen Netzwerken über wachsenden Druck der Sicherheitsbehörden auf ihre Familien im Iran. Diese seien aufgefordert worden, die Journalist*innen zu überzeugen, ihre Arbeit aufzugeben. Persischsprachige TV-Sender im Ausland berichteten umfassend über die Unruhen der vergangenen Woche im Iran.

Der in London ansässige Fernsehsender Iran International hatte bereits am Samstag auf seiner Internetseite mitgeteilt, dass die Familien einiger seiner Mitarbeiter*innen in Teheran und anderen iranischen Städten von den Sicherheitsbehörden vorgeladen worden seien.

Eine Journalistin des Fernsehsenders BBC Farsi in London schrieb am Samstag auf Twitter, dass ihr 73-jähriger Vater wegen der Aktivitäten seiner beiden Töchter unter Druck gesetzt worden sei. Die Schwester der Journalistin arbeitet bei Iran International.

BBC Farsi ist seit langem im Fadenkreuz des iranischen Regimes. Gegen mehr als 150 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter*innen des Senders wurden 2017 im Iran Strafverfahren wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ eingeleitet. BBC reichte im Oktober 2017 aufgrund des zunehmenden Drucks auf die Mitarbeiter*innen bei der Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen eine Klage gegen die iranische Führung ein.

Die Islamische Republik Iran weist die Vorwürfe zurück. Der iranische Botschafter in London, Hamid Baeidinejad, teilte am Freitagabend per Twitter mit, dass er sich offiziell bei der Londoner Medienaufsichtsbehörde Ofcom über die „verfeindeten“ Fernsehsender beschwert habe. Die Berichterstattung von BBC Farsi, Iran International und Manoto über die Unruhen der vergangenen Woche bezeichnete er dabei als „Verzerrung der jüngsten Entwicklungen im Iran“ und „Forderung nach massiver Gewalt gegen die Organisationen der Zivilgesellschaft“. Manoto ist ein persischsprachiger Fernsehsender in London.

Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) in Brüssel fordert in einem Schreiben, das am Freitag auf der Internetseite der Organisation veröffentlicht wurde, die Islamische Republik Iran auf, die Drohungen gegen iranische Journalist*innen in Europa zu unterlassen.