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Arbeiterproteste im Südwesten Irans nehmen zu

Am Samstag haben mehrere Hundert Arbeiter in den südwestiranischen Städten Shush und Ahwaz ihre Solidarität mit den streikenden Arbeitern in Shush demonstriert.

Die neue Streikrunde der Arbeiter des Zuckerrohrkomplexes Haft-Tapeh in Shush in der Provinz Khuzestan hat vor etwa zwei Wochen begonnen. Die Streikenden fordern wie schon mehrfach in den vergangenen Jahren die volle Zahlung von Lohn- und Leistungsrückständen, die Anerkennung einer freien Gewerkschaft als legitimer Vertreterin der Arbeitnehmer und die Wiedereinstellung aller zu Unrecht gekündigten Arbeitnehmer.

Die ersten Proteste zur Unterstützung von Haft-Tapeh-Arbeitern hatte es am Freitag in Shush gegeben. Dort verrichteten die Protestierenden unter der Parole „Den Rücken zum Feind, das Gesicht zur Heimat“ das Freitagsgebet rücklings zum Vorbeter und Vertreter des religiösen Führers.


Protest in Ahwaz: „Unsere Feinde sind hier und nicht in Amerika“

In Ahwaz versammelten sich Arbeiter der Stahlfabrik Foulad und Menschen aus ärmeren Schichten zur Unterstützung der streikenden Haft-Tapeh-Arbeiter vor dem Gouverneursamt und riefen Parolen wie „Unsere Feinde sind hier und nicht in Amerika“. Alle Proteste verliefen ohne gewaltsame Zwischenfälle. Im Jahr 2008 hatten die Arbeitnehmer des Haft-Tapeh-Zuckerrohkomplexes nach einem 42-tägigen Streik eine unabhängige Gewerkschaft gebildet, um ihre Lohnrückstände zu fordern. Diese wurde jedoch nicht anerkannt, die Gründungsmitglieder wurden verhaftet und zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. Seitdem gibt es immer wieder Protestaktionen, die zum Teil mit staatlicher Gewalt beendet werden. (fp)

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