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Anti-afghanische Banner sorgen für Aufregung

Mehrere in der mitteliranischen Stadt Zarach aufgehängte Banner mit Aufschriften wie: „Wir dulden keine Afghanen und Fremden in unserer Stadt“, sorgen unter IranerInnen für Aufregung und Kritik an deren rassistischem Inhalt. Das meldete das persischsprachige Nachrichtenportal Baztab am Montag. Auf den Bannern werden die BewohnerInnen der Stadt aufgefordert, Menschen aus Afghanistan innerhalb von 15 Tagen ihre Mietwohnungen zu kündigen und künftig keine Wohnungen an sie zu vermieten. Die Plakate sollen von Stadtbewohnern in einer spontanen Aktion aufgehängt worden sein, sagt die Leiterin des Vereins zum Schutz geflüchteter Frauen und Kinder, Fatemeh Ashrafi. Dies sei keine Entscheidung von Verantwortlichen der Stadt. Angeblich sollen die Plakate bereits entfernt worden sein.

Iranische MenschenrechtsaktivistInnen kritisieren seit Jahren den „rassistischen Umgang“ mit afghanischen Flüchtlingen im Iran. AfghanInnen würden von Teilen der Gesellschaft und der Politik wie Menschen zweiter Klasse behandelt.

Zwei Millionen afghanische Flüchtlinge leben nach offiziellen Angaben im Iran. Nur 900.000 haben eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Mehrheit verfügt damit weder über einen Aufenthaltstitel noch über eine Arbeitserlaubnis. Viele Afghanen sind deshalb bereit, illegal und für Hungerlöhne harte Arbeit zu verrichten. Den Kindern der Flüchtlinge wird oft der Zugang zum Bildungssystem verweigert. Auch jenen Exil-AfghanInnen, die im Besitz von Aufenthalts– und Arbeitserlaubnis sind, gelingt aufgrund der niedrigen Löhne und der Hindernisse, die ihnen von Politik und Gesellschaft in den Weg gestellt werden, der soziale Aufstieg meist nicht. So weigern sich viele IranerInnen, Wohnungen an AfghanInnen zu vermieten.

(fh)