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Studentenaktivistin nach sieben Jahren Haft freigelassen

Die iranische Studentenaktivistin Bahareh Hedayat ist am Sonntag nach sieben Jahren Haft in Teheran freigelassen worden. Das teilte ihr Ehemann Amin Ahmadian mit und stellte dazu ein gemeinsames Foto auf seinen Instagram-Account.

Hedayat war im Dezember 2009 in Teheran verhaftet worden und wegen „Propaganda gegen das System“ zu fünf Jahren Haft, wegen „Beleidigung des religiösen Führers“ zu zwei Jahren und wegen Beleidigung des damaligen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die insgesamt siebeneinhalb Jahre wurden durch das im Mai 2013 in Kraft getretene neue iranische Strafrecht auf fünf Jahre reduziert. Demnach dürfen Haftstrafen nicht addiert werden, solange es sich um drei oder weniger Delikte handelt.

Eigentlich hätte Hedayat bereits im vergangenen Jahr entlassen werden müssen. Obwohl ihr Freilassungsbescheid bereits ausgestellt war, wurde ihre Haftstrafe um zwei Jahre verlängert, weil ein Richter ein neun Jahre altes Urteil gegen Hedayat wieder in Kraft gesetzt hatte. Damals war sie wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Derzeit befinden sich etwa 26 Frauen wegen politischer oder  Menschenrechtsaktivitäten im Frauentrakt des Teheraner Evin-Gefängnisses. Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi klagte im Sommer 2015 über massive Einschränkungen für die Gefangenen dort. In der Abteilung befänden sich derzeit 14 Mütter, denen seit Monaten Telefonate mit ihren Familien verweigert würden, schrieb sie damals.

(fh)