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Mitglied des Lehrerverbands erneut verhaftet

Rasoul Bodaghi, Mitglied des iranischen Lehrerverbands, ist elf Tage nach seiner Freilassung erneut verhaftet worden. Das meldete das persischsprachige Nachrichtenportal Human Rights Activists News Agency (HRANA) am Montag. Demnach sollen Sicherheitsbeamte Bodaghi gewaltsam und mit Schlägen festgenommen haben. Bodaghi hatte seinen inhaftierten Kollegen Mahmoud Beheshti Langeroudi, ebenfalls Mitglied und Sprecher des Verbands, im Krankenhaus besucht. Langeroudi war aus Protest gegen seine Haftstrafe in den Hungerstreik getreten und aus gesundheitlichen Gründen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Laut HRANA könnte Bodaghi in einem Schnellverfahren gegen eine Kaution in Höhe von 70 Millionen Tuman, rund 20.000 Euro, zunächst wieder freigelassen werden.

Bodaghi arbeitete als Oberschullehrer in Eslamshar südlich von Teheran und war nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 verhaftet worden. Wegen des Vorwurfs von „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ wurde er zu sechs Jahren und fünf Monaten Haftstrafe verurteilt.

Im Iran arbeiten etwa eine Million Menschen im Schulwesen. 55 Prozent von ihnen haben einen Hochschulabschluss. Ein verbeamteter Lehrer am Gymnasium verdient umgerechnet nur etwa 400 Euro. Viele Lehrer sind daher gezwungen, Nebenjobs auszuüben, etwa als Taxifahrer. Im vergangenen Jahr war es deshalb zu wochenlangen Protesten der Lehrkräfte gekommen. Langeroudi hatte als Sprecher des iranischen Berufsverbands der Lehrer damals kritisiert, es gebe Differenzen zwischen den Gehältern von LehrerInnen und anderen Beamten. Das dürfe aber nicht sein, da laut Arbeitsrecht für Beamte die Löhne nach Hochschulabschlüssen geregelt seien.

(fh)