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Beschwerde gegen Haftbedingungen

Die inhaftierte iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi beklagt in einem offenen Brief an den iranischen Justizchef Sadegh Larijani, dass sie seit sieben Monaten nicht mit ihren Kindern telefonieren durfte. Mohammadis Schreiben wurde auf der Webseite des iranischen Zentrums zum Schutz der Menschenrechte veröffentlicht. „Ich bin eine Mutter und habe das Recht, die Stimmen meiner Kinder zu hören“, schreibt Mohammadi dort.

Seit Juli vergangenen Jahres leben Mohammadis Zwillinge bei ihrem Vater Taghi Rahmani in Paris. Der Oppositionelle war 2011 wegen staatlicher Verfolgung nach Frankreich emigriert. Mit der Entscheidung erhoffe sie sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder, so die Inhaftierte. Sie hatte bereits im Sommer 2015 über massive Einschränkungen für die Gefangenen im Frauentrakt des Teheraner Evin-Gefängnisses geklagt. In der Abteilung befänden sich derzeit 14 Mütter, denen seit Monaten Telefonate mit ihren Familien verweigert würden, schrieb sie damals.

Mohammadi war stellvertretende Leiterin des Zentrums zum Schutz der Menschenrechte, einer iranischen Nichtregierungsorganisation, die in Fällen von Menschenrechtsverletzungen unentgeltlich juristische Unterstützung leistete. Das Zentrum ist mittlerweile von der Regierung verboten worden. Mohammadi wurde seit 2009 mehrmals verhaftet. 2010 wurde gegen sie eine sechsjährige Haftstrafe wegen “regimefeindlicher Propaganda” verhängt, sie wurde aber aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands gegen Kaution freigelassen. Im Jahr 2014 wurde sie mehr als zehn Mal festgenommen und verhört. Schließlich wurde die Menschenrechtlerin Anfang Mai 2015 ins Evin-Gefängnis bestellt, um ihre Haftstrafe abzusitzen.

(fh)