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Zeitgenössische Kunst – Werke von Iman Afsarian

  • Oil on canvas, 130 x 120 cm, 2011 Iman Afsarian, 1974 in Teheran geboren, führt mit seiner Malerei eine der interessantesten Auseinandersetzungen mit der iranischen Kunst. Sein fotorealistischer Ansatz erzählt sich aus einem Denken her, das das Bild innerhalb des Selbstverständlichen des Gesichtsfeldes behält. Das Malerische tritt nicht auf, um das Abgebildete durch die Malerei auf das Gebiet des Künstlichen zu entführen oder einer Entfremdung zu unterwerfen, die der Darstellungstechnik geschuldet ist.

    Oil on canvas, 130 x 120 cm, 2011

    Iman Afsarian, 1974 in Teheran geboren, führt mit seiner Malerei eine der interessantesten Auseinandersetzungen mit der iranischen Kunst. Sein fotorealistischer Ansatz erzählt sich aus einem Denken her, das das Bild innerhalb des Selbstverständlichen des Gesichtsfeldes behält. Das Malerische tritt nicht auf, um das Abgebildete durch die Malerei auf das Gebiet des Künstlichen zu entführen oder einer Entfremdung zu unterwerfen, die der Darstellungstechnik geschuldet ist.

  • "Car Showroom, Mirror Hall", Oil on canvas, 150 x 190 cm, 2010 Das Bild wird bei Afsarian zu einem Träger von Gesehenem. Das Sujet, meist Interieurs oder Ausschnitte aus Interieurs, Details, einzelne Gegenstände, oft isoliert, auf sich selbst gestellte Einrichtungsgegenstände, unterliegt bei ihm einer spröden Sachlichkeit - keine Sensation, nichts Spektakuläres.

    "Car Showroom, Mirror Hall", Oil on canvas, 150 x 190 cm, 2010

    Das Bild wird bei Afsarian zu einem Träger von Gesehenem. Das Sujet, meist Interieurs oder Ausschnitte aus Interieurs, Details, einzelne Gegenstände, oft isoliert, auf sich selbst gestellte Einrichtungsgegenstände, unterliegt bei ihm einer spröden Sachlichkeit - keine Sensation, nichts Spektakuläres.

  • "Oil on canvas", 75 x 70 cm, 2008 Als hätte Afsarian das Abgebildete vor einen Spiegel gerückt, wirken die Bilder, als wollten sie nichts über sich hinaus artikulieren. Aber Afsarian malt auch Spiegel, vielleicht den Spiegel, vor den er seine Gegenstände rückt – aber er malt viele Spiegel, immer wieder, er malt die Spiegel, die sich in seiner Umgebung befinden, die er gewohnt ist - mit Ausnahmen. Und er malt die Spiegel, als würden sie sich selbst in einem Spiegel spiegeln. Aber sie sind leer, die Spiegel zeigen die gegenüberliegende Wand. In den Bildern, auf denen Spiegel gemalt sind, verschwindet der Betrachter. In diesen Bildern verschwindet das Phänomen des Spiegels selbst, die Spiegelung. Es ist vielmehr die Idee des Spiegels, die Afsarian malt, wie er in allen Dingen, die er malt, vielleicht nur die Idee der Dinge malt, seine Idee dieser bestimmten Dinge.

    "Oil on canvas", 75 x 70 cm, 2008

    Als hätte Afsarian das Abgebildete vor einen Spiegel gerückt, wirken die Bilder, als wollten sie nichts über sich hinaus artikulieren. Aber Afsarian malt auch Spiegel, vielleicht den Spiegel, vor den er seine Gegenstände rückt – aber er malt viele Spiegel, immer wieder, er malt die Spiegel, die sich in seiner Umgebung befinden, die er gewohnt ist - mit Ausnahmen. Und er malt die Spiegel, als würden sie sich selbst in einem Spiegel spiegeln. Aber sie sind leer, die Spiegel zeigen die gegenüberliegende Wand. In den Bildern, auf denen Spiegel gemalt sind, verschwindet der Betrachter. In diesen Bildern verschwindet das Phänomen des Spiegels selbst, die Spiegelung. Es ist vielmehr die Idee des Spiegels, die Afsarian malt, wie er in allen Dingen, die er malt, vielleicht nur die Idee der Dinge malt, seine Idee dieser bestimmten Dinge.

  • "Mary", Oil on canvas, 145 x 200 cm, 2014 Die Dinge befinden sich in einem Raum, an einer Wand, meist frontal betrachtet und auf sich selbst gestellt, wie auch der umgebende Raum auf sich selbst gestellt ist. In ‚Mary‘ (2014) ist es nurmehr die Wand, in der sich eine Nische befindet. Afsarian malt die Nische. Sie wirkt wie eine Theaterbühne, sie ist leer, nicht tief, die Wand ist hell, weiß, mit einem leichten Einschlag von Gelb. In der Mitte der Nische, die in sich von oben beleuchtet ist - an ihrer oberen Kante lässt sich angerissen eine Neonröhre erkennen -, ist ein Nagel eingeschlagen. ‚Mary’ ist Maria, die Jungfrau. Die Wand ist die unbefleckte Wand - sie deutet eine Potenzialität an. Ist es ein Bild, das hier fehlt? Das noch kommt? Ist es wirklich der Ort für ein Bild? Oder ist das eine Leere, die von diesem Nagel nur mehr betont wird? Die Idee dieser Nische, dieser Leere ist es, was auf dem Bild zu sehen ist. Die Frage nach dem Bild, nach seiner Möglichkeit, wird in einer ewigen Unmöglichkeit erzählt - das Bild verweigert sich dem Bild. Und doch stellt das Bild die Frage nach der Möglichkeit des Bildes.

    "Mary", Oil on canvas, 145 x 200 cm, 2014

    Die Dinge befinden sich in einem Raum, an einer Wand, meist frontal betrachtet und auf sich selbst gestellt, wie auch der umgebende Raum auf sich selbst gestellt ist. In ‚Mary‘ (2014) ist es nurmehr die Wand, in der sich eine Nische befindet. Afsarian malt die Nische. Sie wirkt wie eine Theaterbühne, sie ist leer, nicht tief, die Wand ist hell, weiß, mit einem leichten Einschlag von Gelb. In der Mitte der Nische, die in sich von oben beleuchtet ist - an ihrer oberen Kante lässt sich angerissen eine Neonröhre erkennen -, ist ein Nagel eingeschlagen. ‚Mary’ ist Maria, die Jungfrau. Die Wand ist die unbefleckte Wand - sie deutet eine Potenzialität an. Ist es ein Bild, das hier fehlt? Das noch kommt? Ist es wirklich der Ort für ein Bild? Oder ist das eine Leere, die von diesem Nagel nur mehr betont wird? Die Idee dieser Nische, dieser Leere ist es, was auf dem Bild zu sehen ist. Die Frage nach dem Bild, nach seiner Möglichkeit, wird in einer ewigen Unmöglichkeit erzählt - das Bild verweigert sich dem Bild. Und doch stellt das Bild die Frage nach der Möglichkeit des Bildes.

  • Oil on canvas, 90 x 110 cm, 2012 Für Afsarian setzt die Auseinandersetzung mit der Malerei immer wieder bei Kamal Al Molk ein. Vielleicht ist das eine Wende in der Kunst im Iran, die Wende, durch die eine spezifische Funktion der Kunst sich artikuliert hat - im Bild, in der Repräsentation. Auch die Wand erhält eine neue Funktion, wie der Raum. Nicht, dass dort keine Bilder zu finden gewesen wären. Es werden Bilder an die Wand gehängt mit realistischen Motiven, die dort erscheinen können - und wieder verschwinden. Das Bild wird zum Gegenstand. Afsarian beginnt mit diesem Gegenstand zu spielen, ihn zu reflektieren. Insofern biegt sich seine Auseinandersetzung ein in die Tradition, in eine Auseinandersetzung mit der iranischen Geschichte der Kunst, an einer Stelle, an der Afsarians Bilder zu einer spezifischen Ausformung dieser wird. Sein Werk bildet eine Art Konglomerat, um das herum sich diese Geschichte gruppiert, in seine Arbeiten eingehen, daraus hervorgehen kann.

    Oil on canvas, 90 x 110 cm, 2012

    Für Afsarian setzt die Auseinandersetzung mit der Malerei immer wieder bei Kamal Al Molk ein. Vielleicht ist das eine Wende in der Kunst im Iran, die Wende, durch die eine spezifische Funktion der Kunst sich artikuliert hat - im Bild, in der Repräsentation. Auch die Wand erhält eine neue Funktion, wie der Raum. Nicht, dass dort keine Bilder zu finden gewesen wären. Es werden Bilder an die Wand gehängt mit realistischen Motiven, die dort erscheinen können - und wieder verschwinden. Das Bild wird zum Gegenstand. Afsarian beginnt mit diesem Gegenstand zu spielen, ihn zu reflektieren. Insofern biegt sich seine Auseinandersetzung ein in die Tradition, in eine Auseinandersetzung mit der iranischen Geschichte der Kunst, an einer Stelle, an der Afsarians Bilder zu einer spezifischen Ausformung dieser wird. Sein Werk bildet eine Art Konglomerat, um das herum sich diese Geschichte gruppiert, in seine Arbeiten eingehen, daraus hervorgehen kann.

  • "The Soul of Javid's Father", Oil on canvas, 130 x 154 cm, 2013 Iman Afsarian erforscht damit einen Bereich, der nicht über sich hinausgehen will, er verweigert jede Form von Transzendenz. Aber befindet sich an den Randgebieten, an den Grenzen, und der Nagel in der Mitte der Nische erscheint da sowohl als eine Verunreinigung eines Reservoirs wie auch als eine Art Bereinigung im Sinne einer nicht eingelösten Idee.

    "The Soul of Javid's Father", Oil on canvas, 130 x 154 cm, 2013

    Iman Afsarian erforscht damit einen Bereich, der nicht über sich hinausgehen will, er verweigert jede Form von Transzendenz. Aber befindet sich an den Randgebieten, an den Grenzen, und der Nagel in der Mitte der Nische erscheint da sowohl als eine Verunreinigung eines Reservoirs wie auch als eine Art Bereinigung im Sinne einer nicht eingelösten Idee.

  • "A Homage to Georges de La Tour", Oil on canvas", 102 x 102 cm, 2014 Iman Afsarian hatte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in den USA, Großbritannien, Österreich und Russland. Seine Werke finden sich in angesehenen Sammlungen. Afsarian ist Autor des zweibändigen Buches „The Quest For A New Age“, das 2016 in persischer Sprache erschien. Er ist zudem Herausgeber, Artdirector und Autor des Magazins „Herfeh: Honarmand (Profession: Artist)“, das seit 2003 vierteljährlich im Iran erscheint. Auswahl und Text: Christoph Sehl - sehl@iranjournal.org.

    "A Homage to Georges de La Tour", Oil on canvas", 102 x 102 cm, 2014

    Iman Afsarian hatte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in den USA, Großbritannien, Österreich und Russland. Seine Werke finden sich in angesehenen Sammlungen. Afsarian ist Autor des zweibändigen Buches „The Quest For A New Age“, das 2016 in persischer Sprache erschien. Er ist zudem Herausgeber, Artdirector und Autor des Magazins „Herfeh: Honarmand (Profession: Artist)“, das seit 2003 vierteljährlich im Iran erscheint.

    Auswahl und Text: Christoph Sehl - sehl@iranjournal.org.

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