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Hübsche Esserinnen – Zeitgenössische Kunst aus Iran

  • "Selbstporträt", Digitalfotografie Zeitgenössische Kunst ist im Iran nicht auf die Teheraner Szene beschränkt. Geboren und ausgebildet in Isfahan, einst Kunst- und Kulturhauptstadt des Iran und nun Hochburg des Konservatismus, befasst sich Zahra Jafarpour in ihren Arbeiten mit den kulturellen Komplexitäten ihrer Heimatstadt und den generellen Problemen ihrer Generation. Das Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Kultur im nachrevolutionären Iran spiegelt sich klar in der Dynamik ihrer Kunstwerke in unterschiedlichen Medien wider.

    "Selbstporträt", Digitalfotografie

    Zeitgenössische Kunst ist im Iran nicht auf die Teheraner Szene beschränkt. Geboren und ausgebildet in Isfahan, einst Kunst- und Kulturhauptstadt des Iran und nun Hochburg des Konservatismus, befasst sich Zahra Jafarpour in ihren Arbeiten mit den kulturellen Komplexitäten ihrer Heimatstadt und den generellen Problemen ihrer Generation. Das Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Kultur im nachrevolutionären Iran spiegelt sich klar in der Dynamik ihrer Kunstwerke in unterschiedlichen Medien wider.

  • "Trichophagie", aus der Reihe „Hübsche Esserinnen“, 20 x 25 cm, Feb. 2015, AquatintaradierungWo alle öffentlichen Bilder gefälscht sind, kann es nicht verwundern, dass viele Kunstwerke sich mit Selbstbildnissen beschäftigen oder der Suche der Menschen nach ihren eigenen Bildern, als hätten sie sie verloren. Die Bilder der Wahrheit werden nur auf dem Schwarzmarkt gehandelt, weil die Wahrheit selbst nur geflüstert werden darf. In dieser Situation verwenden viele KünstlerInnen die Oberflächen ihrer Kunstwerke als Spiegel.

    "Trichophagie", aus der Reihe „Hübsche Esserinnen“, 20 x 25 cm, Feb. 2015, Aquatintaradierung

    Wo alle öffentlichen Bilder gefälscht sind, kann es nicht verwundern, dass viele Kunstwerke sich mit Selbstbildnissen beschäftigen oder der Suche der Menschen nach ihren eigenen Bildern, als hätten sie sie verloren. Die Bilder der Wahrheit werden nur auf dem Schwarzmarkt gehandelt, weil die Wahrheit selbst nur geflüstert werden darf. In dieser Situation verwenden viele KünstlerInnen die Oberflächen ihrer Kunstwerke als Spiegel.

  • "Selbst-Kannibalismus", aus der Reihe „Hübsche Esserinnen“, 20 x 25 cm, Feb. 2015, Aquatintaradierung Für die nachrevolutionäre Generation im Iran manifestiert sich das Selbstporträt oft in der Aufnahme eines Selbstzerstörungsprozesses, der als Symptom eines kulturellen Traumas scheint. Das Thema Selbst-Kannibalismus von Jafarpours Aquatintaradierungen kann auch in ihren „Esstischen“ eindeutig erkannt werden.

    "Selbst-Kannibalismus", aus der Reihe „Hübsche Esserinnen“, 20 x 25 cm, Feb. 2015, Aquatintaradierung

    Für die nachrevolutionäre Generation im Iran manifestiert sich das Selbstporträt oft in der Aufnahme eines Selbstzerstörungsprozesses, der als Symptom eines kulturellen Traumas scheint. Das Thema Selbst-Kannibalismus von Jafarpours Aquatintaradierungen kann auch in ihren „Esstischen“ eindeutig erkannt werden.

  • "Beginn Mama zuerst mit meinen Händen!", aus der Reihe „Hübsche Esserinnen“, 20 x 25 cm, Feb. 2015, Aquatintaradierung In diesem Bild, in dem die Künstlerin sich für eine „verantwortliche“ Geliebte nicht als „victim“ (im Sinne von Opfer einer Gewalttat), sondern als „sacrifice“ (etwas, was man opfert) darstellt, will sie mit ihrer Darstellung ein besonderes Gefühl hervorrufen: Scham. Diese Strategie ist auch in vielen anderen zeitgenössischen iranischen Kunstwerken zu erkennen.

    "Beginn Mama zuerst mit meinen Händen!", aus der Reihe „Hübsche Esserinnen“, 20 x 25 cm, Feb. 2015, Aquatintaradierung

    In diesem Bild, in dem die Künstlerin sich für eine „verantwortliche“ Geliebte nicht als „victim“ (im Sinne von Opfer einer Gewalttat), sondern als „sacrifice“ (etwas, was man opfert) darstellt, will sie mit ihrer Darstellung ein besonderes Gefühl hervorrufen: Scham. Diese Strategie ist auch in vielen anderen zeitgenössischen iranischen Kunstwerken zu erkennen.

  • Aus der Reihe „Das Fest“, Malerei auf Esstisch Jafarpours Werke handeln von einer kleinen, unmittelbaren Gesellschaft: der Familie. Sie zeigen die Familie als eine Monade der Gesellschaft oder ein Spiegelbild der Sozialordnung im allgemeinen. In der Tat hat die Familie in der iranischen Sozialstruktur einen hohen Stellenwert. Sie prägt und beeinflusst maßgeblich alle Lebensformen auf allen Ebenen und wird deswegen für die Krise der Kultur verantwortlich gemacht.

    Aus der Reihe „Das Fest“, Malerei auf Esstisch

    Jafarpours Werke handeln von einer kleinen, unmittelbaren Gesellschaft: der Familie. Sie zeigen die Familie als eine Monade der Gesellschaft oder ein Spiegelbild der Sozialordnung im allgemeinen. In der Tat hat die Familie in der iranischen Sozialstruktur einen hohen Stellenwert. Sie prägt und beeinflusst maßgeblich alle Lebensformen auf allen Ebenen und wird deswegen für die Krise der Kultur verantwortlich gemacht.

  • „Warme familiäre Atmosphäre“, von Zahra Jafarpoor

    „Warme familiäre Atmosphäre“, von Zahra Jafarpoor

  • "Verliebt sein in Isfahan", aus der Reihe „Warme familiäre Atmosphäre“, 150 x 150 cm

    "Verliebt sein in Isfahan", aus der Reihe „Warme familiäre Atmosphäre“, 150 x 150 cm

  • "Die Ehe", aus der Reihe „Es geht uns nicht gut“, Fotomontage

    "Die Ehe", aus der Reihe „Es geht uns nicht gut“, Fotomontage

  • "Ma‘sumeh", aus der Reihe „Es geht uns nicht gut“, Fotomontage „In Ma’sumeh möchte ich zeigen, wie ein Mensch gegen die Erwartungen der Anderen handeln kann“, schreibt die Künstlerin. „Damals hat ein Religionsgelehrter gesagt, dass die Religion es wegen ansteckender Krankheiten oder Ähnlichem verbiete, ganz nackt ein Bad zu nehmen. Oder vielleicht war das Tratsch, den ich glaubte.“ Durch das Nebeneinanderstellen von Innen- und Außenraum zeigt uns Jafarpour hier, wie beide Räume gleichermaßen unaufrichtige Darstellungen eines Selbst sein können, und wie die Auferlegung eines bestimmten Bildes dann Eingang in unsere innersten Privaträume findet.

    "Ma‘sumeh", aus der Reihe „Es geht uns nicht gut“, Fotomontage

    „In Ma’sumeh möchte ich zeigen, wie ein Mensch gegen die Erwartungen der Anderen handeln kann“, schreibt die Künstlerin. „Damals hat ein Religionsgelehrter gesagt, dass die Religion es wegen ansteckender Krankheiten oder Ähnlichem verbiete, ganz nackt ein Bad zu nehmen. Oder vielleicht war das Tratsch, den ich glaubte.“ Durch das Nebeneinanderstellen von Innen- und Außenraum zeigt uns Jafarpour hier, wie beide Räume gleichermaßen unaufrichtige Darstellungen eines Selbst sein können, und wie die Auferlegung eines bestimmten Bildes dann Eingang in unsere innersten Privaträume findet.

  • "Unerwünschtes Haar", aus der Reihe „Es geht uns nicht gut“, Fotomontage „Unerwünschtes Haar sollte ein Video wahnsinniger Frauen werden, die ihr Haar vor dem Verlassen des Hauses pflegen und es dann wie ein Kopftuch knoten. Ich habe Videos aufgenommen, aber nicht bearbeitet. Die Frauen waren verrückter als ihre Bilder.“ Text: SARANG BAHRAMI (bahrami@iranjournal.org)

    "Unerwünschtes Haar", aus der Reihe „Es geht uns nicht gut“, Fotomontage

    „Unerwünschtes Haar sollte ein Video wahnsinniger Frauen werden, die ihr Haar vor dem Verlassen des Hauses pflegen und es dann wie ein Kopftuch knoten. Ich habe Videos aufgenommen, aber nicht bearbeitet. Die Frauen waren verrückter als ihre Bilder.“

    Text: SARANG BAHRAMI (bahrami@iranjournal.org)

Hier die letzte Kunstausstellung des Iran Journal – Kunstwerke von Jinoos Taghizadeh!