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Regierung will mehr über HIV aufklären

Offiziellen Angaben zufolge sind 29.414 Menschen im Iran als HIV-positiv registriert. Das teilte der stellvertretende Gesundheitsminister Aliakbar Sayari am Montag mit. Das Ministerium gehe jedoch von insgesamt rund 90.000 Infizierten aus, da viele von ihrer Krankheit nichts wüssten oder nicht wagten, ihre Infektion bekanntzugeben, so Sayari. Auffällig sei, dass sich die Zahl der HIV-infizierten Frauen von 10 Prozent in den vergangenen Jahren auf 30 Prozent im Jahr 2014 erhöht habe. Nun wolle die Regierung die Bevölkerung stärker über die Ansteckungsgefahren informieren, sagte Sayari.

Die meisten HIV-Infizierten im Iran sind zwischen 15 und 60 Jahren alt. Studien zufolge stecken sich 45,5 Prozent durch verunreinigte Spritzen an. Dabei handele es sich meist um Drogenabhängige. 36 Prozent infizierten sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Aids ist in der islamischen Republik nach wie vor ein Tabuthema. Vor allem die Ultrakonservativen versuchen das Problem zu leugnen. Unter der Regierung des ehemaligen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad wurden sogar das beim Gesundheitsministerium angesiedelte Komitee zur Bekämpfung von Aids aufgelöst und der internationale Aids-Tag am 1. Dezember aus dem Kalender gestrichen.

(fh)