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Polizei bestätigt Dutzende Säureanschläge

Allein in den vergangenen sieben Monaten sollen im Iran rund 380 Fälle von Säureattacken registriert worden sein. Das teilte der Kommandeur der iranischen Polizei, Esmaeil Ahmadi Moghadam, iranischen Nachrichtenagenturen zufolge am Mittwoch mit. Demnach sollen sich die Säurenanschläge sowohl gegen Personen wie auch gegen Sachgegenstände wie Autos gerichtet haben. Die Motive seien bei den meisten Fällen Rache oder hätten „psychische Hintergründe“. Die Polizei habe in fast allen Fällen die Täter festgenommen, so der Polizeichef. Im Falle der jüngsten Säureanschläge in Isfahan sei allerdings bisher kein mutmaßlicher Attentäter verhaftet worden. Ahmadi Moghadam warf den Medien vor, durch ihre Berichterstattung über die Anschläge in Isfahan für großen Aufruhr gesorgt zu haben.

Mitte Oktober fielen offiziellen Angaben zufolge acht Frauen in der mitteliranischen Stadt Säureattacken zum Opfer. Nach Medienberichten sollen es sogar 14 Opfer sein. Unbekannte auf Motorrädern schütteten den meist jungen Frauen auf offener Straße Säure ins Gesicht. Viele der Opfer sind schwer verletzt. Die Attacken sorgten im ganzen Land für Aufruhr. In Teheran und Isfahan fanden Protestaktionen statt. Seit dem 26. Oktober werden jedoch keine staatlichen Genehmigungen mehr für diesbezügliche Proteste erteilt.

Zu den Vorfällen gibt es kontroverse Stellungnahmen. Während MenschenrechtsaktivistInnen Anhänger aus dem ultrakonservativen Lager hinter den Säureattacken vermuten, werfen Hardliner ausländischen Geheimdiensten vor, hinter den Anschlägen zu stecken. Die Briten hätten diese in Kooperation mit Regimekritikern im Iran durchgeführt, so der ehemalige iranische Informationsminister Heidar Moslehi. Der einflussreiche Parlamentarier, Mansouri Arani, bezeichnete Israel als Drahtzieher der Säureattacken.

(fh)