transparent
Iran Journal Logo
Ein Projekt von Transparency for Iran Logo

Minister dementiert Störungsvorwürfe

Mahmoud Vaezie, iranischer Minister für Telekommunikation, weist Vorwürfe zurück, die iranische Regierung hätte von dem beliebten Messenger-Dienst Telegram die Aushändigung von Kundendaten verlangt. Der Dienst, der nach eigenen Angaben gut 20 Millionen Nutzer im Iran hat, war in den vergangenen Tagen teilweise gesperrt oder gestört worden.

Die Störungen des Chat-Dienstes hingen mit infrastrukturbedingten Netzwerkproblemen zusammen, der Dienst sei nicht gesperrt worden, so der iranische Minister für Telekommunikation und Informationstechnik, Mahmoud Vaezie. Die Regierung habe Telegram lediglich um die Löschung „unsittlicher Inhalte“ gebeten.

Pavel Durov, Gründer des kostenlosen Messenger-Dienstes, hatte den iranischen Behörden am Mittwoch vorgeworfen, die Kommunikation über den Dienst gestört zu haben, nachdem Telegram sich verweigert habe, ihnen Zugang zu den iranischen Nutzerdaten zu verschaffen. Telegram sei zwei Stunden lang sogar komplett gesperrt gewesen, so Durov. Die Störung seien allerdings behoben worden.

Die Nutzerzahl des Chat-Dienstes Telegram, der wie WhatsApp oder Viber für mobile Geräte konzipiert ist, ist im Iran in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Viele NutzerInnen sind nach andauernden Störungen des weit verbreiteten Chat-Dienstes Viber zu Telegram gewechselt.

Die Regierung des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani hat sich stets gegen eine totale Blockade von Internetdiensten ausgesprochen. „Jugendgefährdende, unsittliche und gesetzeswidrige Inhalte“ sollen jedoch gezielt entfernt werden. Unkontrollierte Kommunikation zwischen Männern und Frauen ist eine der Sorgen der konservativen Machthaber im Iran. WhatsApp, WeChat und Viber sind andere Messenger-Dienste, die ebenfalls bereits gesperrt oder gestört wurden. (ia)