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Journalistin verurteilt

Die iranische Journalistin Reyhaneh Tabatabaei ist zu einem Jahr Haft und zwei Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Das teilte das persischsprachige Nachrichtenportal Kalameh am Mittwoch mit. Zudem habe das Revolutionsgericht ihr politische Aktivitäten für die Dauer von zwei Jahren untersagt. Tabatabaei wurde „Propaganda gegen den Staat“ vorgeworfen.

Die Journalistin arbeitet für iranische Reformer-Zeitungen. Nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 war sie mehrmals verhaftet worden. Zuletzt musste sie ab Juni 2014 eine sechsmonatige Haftstrafe im Teheraner Evin-Gefängnis absitzen. Bereits im Dezember vergangenen Jahres stand sie dann wieder vor Gericht. Das Urteil dieses Prozesses wurde ihr nun nach elf Monaten mitgeteilt, so Kalameh.

In den vergangenen Wochen sind auch die Journalisten Issa Saharkhiz, Ehsan Mazandarani, Afarin Chitsaz, Saman Safarzaie und Hassan Sheikh Aghaie verhaftet worden. Zuletzt wurde am Montag der bekannte Karikaturist Hadi Heidari in der Redaktion der iranischen Tageszeitung Shahrvand in Teheran festgenommen. Laut der Jahresbilanz der Organisation Reporter ohne Grenzen stand der Iran 2014 mit 19 inhaftierten JournalistInnen auf dem weltweit dritten Platz bei der Einschränkung der Pressefreiheit. Auch 32 BloggerInnen befinden sich derzeit im Iran in Haft. Den meisten von ihnen werden „regimefeindliche Propaganda“ und „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ vorgeworfen.

(fh)