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Universitätsprofessorin freigelassen

Die kanadisch-iranische Universitätsprofessorin Homa Hoodfar ist nach über drei Monaten Haft in Teheran aus dem Gefängnis entlassen worden. Das teilte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Bahram Ghasemi, am Dienstag mit. Demnach ist Hoodfar gleich nach ihrer Freilassung am Montagnachmittag über Oman nach Kanada zurückgeflogen. Laut offiziellen Angaben wurde die Entscheidung aus humanitären Gründen getroffen.

Am Dienstag hatten sich die Außenminister der beiden Länder Kanada und Iran nach fünf Jahren politischer Eiszeit erstmals wieder in New York am Rande der UN-Generalversammlung getroffen. Dabei soll nach kanadischen Angaben auch über die Freilassung Hoodfars gesprochen worden sein.

Hoodfar lebt seit Jahren in Kanada und arbeitet als Professorin für Anthropologie an der Concordia-Universität in Montreal. Im Februar dieses Jahres war sie in den Iran geflogen, um die Rolle der Frauen bei den Parlamentswahlen zu erforschen. Zwei Tage vor ihrer Rückreise nach Kanada am 9. März stürmten Sicherheitsbeamte der iranischen Revolutionsgarde ihre Wohnung und beschlagnahmten ihre Unterlagen sowie ihren Laptop. Dabei wurde auch Hoodfars Reisepass eingezogen und sie erhielt ein Ausreiseverbot. Hoodfar war dann am 1. Juni telefonisch aufgefordert worden, im Teheraner Evin-Gefängnis vorzusprechen. Dort wurde sie inhaftiert.

Anfang Juli hatte der Teheraner Staatsanwalt Abbas Jafari Doulatabadi angekündigt, gegen drei Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft, darunter auch die 65-jährige Hoodfar, Anklage wegen Spionage zu erheben. Die britisch-iranische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, Projektmanagerin bei der Thomson Reuters Stiftung, und der amerikanisch-iranische Wirtschaftsberater Siamak Namazi befinden sich nach wie vor in Haft.

(fh)