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Vizepräsidentin fordert Stadionzutritt für Frauen

Die iranische Vizepräsidentin für Frauenangelegenheiten, Shahindokht Molaverdi, hat in einem Fernsehinterview am Mittwoch gefordert, auch Frauen den Zutritt zu Sportstadien zu ermöglichen. Es seien ihr keine religiösen oder gesetzlichen Einschränkungen bekannt, die dies verböten, sagte die 51-Jährige. Deshalb müsse der Staat den Frauen dies gewähren.

Ihr Interview fand bei Tausenden NuzerInnen sozialer Netzwerke Zuspruch, löste dort aber auch hitzige Debatten aus. Viele warfen dem Moderator der Sendung Voreingenommenheit vor, da er seine Fragen nicht neutral formuliert habe. Er hatte Molaverdi kritisiert, weil sie, statt ihren Schwerpunkt auf Familienprogramme zu legen, den Stadion-Zutritt thematisiere.

Seit der islamischen Revolution im Iran vor 36 Jahren sind Frauen Fußballstadien verschlossen. Die Proteste gegen dieses Verbot spitzten sich zu, als die Machthaber im vergangenen Jahr weiblichen Zuschauerinnen auch den Zutritt zu den Spielen der Volleyball-Weltliga verboten. Vor allem Anhänger der ultrakonservativen Organisation Ansare Hizbullah und die Ayatollah-Erevani-Hochschule für Theologie unterstützten das Verbot. Bevor sich „Prostitution und die Anwesenheit unmoralischer Frauen in Stadien legimitieren, müssen wir uns mit aller Härte dagegenstellen“, hieß es von ihrer Seite. Die Maßnahme führte zu Protesten vor dem Azadi-Stadion in Teheran. Mehrere iranische FrauenrechtsaktivistInnen wurden dabei verhaftet.

(fh)