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Neue Repressalien gegen Baha’i

Im Iran sollen in den vergangenen Tagen bis zu 60 Angehörige der Glaubensgemeinschaft der  Baha’i verhaftet worden sein. Hintergrund könnten laut der Menschenrechtsinitiative „Nein zu Gefängnis, nein zur Todesstrafe“  zwei religiöse Festtage der Baha’i in den vergangenen Wochen gewesen sein. Demnach haben Sicherheitsbeamte zehn Häuser gestürmt, in denen religiöse Feierlichkeiten der Baha’i stattfanden. Zudem soll die Staatsanwaltschaft 70 Personen einbestellt haben. Außerdem wurden rund 70 von Baha’i betriebene Geschäfte geschlossen

Laut einem aktuellen Bericht der internationalen Baha’i-Gemeinde hat sich die Diskriminierung der Religionsgemeinschaft während der Präsidentschaft Hassan Rouhanis im ökonomischen und kulturellen Bereich verstärkt.  Demnach wurden 388 Baha’i, die Läden oder Betriebe führten, von der Regierung gezwungen, ihre Geschäfte zu schließen.

Über 300.000 Baha’i leben im Iran. Sie bilden die größte religiöse Minderheit des Landes und werden vom Staat wegen ihres Glaubens verfolgt. Neben dem Studium werden Bahai seit Jahren auch von staatlichen Berufen ausgeschlossen. Im Mai 2008 wurden sieben iranische Baha‘i-Führungsmitglieder verhaftet und wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ zu 20 Jahren Haft verurteilt. Am 18. September wurde Mahvash Sabeti nach zehn Jahren unerwartet freigelassen. Die Baha’i-Gemeinde in Deutschland hat mehrmals kritisiert, die Verurteilung sei ohne ordentliches Gerichtsverfahren erfolgt und rein religiös motiviert gewesen.

(fh)