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Najafi neuer Bürgermeister Teherans

Der Stadtrat der iranischen Hauptstadt Teheran hat am Mittwoch einen neuen Bürgermeister gewählt. Der 66-jährige Mohammad Ali Najafi wird der 58. Oberbürgermeister der 15-Millionen-Metropole.

Najafi studierte Mathematik an der US-amerikanischen Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er leitete mehrere Jahre lang die iranische Organisation für Kulturerbe und Tourismus und war Bildungs- und Erziehungsminister sowie beim Kulturministerium des Landes tätig. Zuletzt diente Najafi Präsident Hassan Rouhani als Vizepräsident und Wirtschaftsberater. Der Mathematiker und Wirtschaftsfachmann gehört politisch zu den Reformern und zählt somit anders als sein Vorgänger Mohammad Bagher Ghalibaf zum Lager des gemäßigten Präsidenten.

Ghalibaf, ein ehemaliger Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde, war zwölf Jahre lang Bürgermeister von Teheran. Er zählt zum konservativen Lager und kandidierte mehrmals bei den iranischen Präsidentschaftswahlen. Im vergangenen Jahr geriet Ghalibaf wegen Korruptionsvorwürfen massiv unter Druck. Das Nachrichtenportal Memari News hatte Ende August 2016 berichtet, der Teheraner Stadtrat habe über eine Million Quadratmeter staatlichen Immobilieneigentums mit einem Preisabschlag von 50 Prozent an verschiedene Personen, unter anderem Regierungsvertreter, verkauft. Darunter sollen sich auch mehrere Wohnungen und Villen in der Hauptstadt befunden haben. Laut Memari News entgingen der Stadt Teheran durch den Handel etwa 2.200 Milliarden Tuman, umgerechnet etwa 600 Millionen Euro. Ghalibaf wies die Vorwürfe zurück. Die Genehmigung des Verkaufs der Immobilien sei den Vorschriften entsprechend erfolgt.

(fh)