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Mitgefangene bezeugt Foltervorwürfe von Bakhshi

Sepideh Ghailan, eine Kollegin des Zuckerrohrarbeiters Esmaeil Bakhshi, hat bestätigt, dass ihr ehemaliger Mitgefangener und Kollege im Gefängnis gefoltert worden sei. „Während unserer Haft habe ich gesehen, wie er bei einem Verhör gefoltert und schwer beleidigt wurde“, schrieb Ghailan am Mittwoch auf Twitter. Auch sie sei mit einem Kabel ausgepeitscht worden. Schlimmer als die körperliche Misshandlung seien aber die psychischen und sexuellen Beleidigungen im Gefängnis, so Ghailan weiter.

Bakhshi und Ghailan waren im November während der seit Wochen anhaltenden Streiks von ArbeiterInnen in der Zuckerrohrfabrik Haft-Tapeh in der südiranischen Provinz Khuzestan verhaftet und knapp vier Wochen später freigelassen worden. Mit dem Streik soll die Auszahlung von Lohnrückständen erreicht werden.

Anfang Dezember hatte Bakhshi auf seinem Instagram-Profil über massive psychische und körperliche Folter durch Beamte des Informationsministeriums im Gefängnis berichtet. „Ich wurde verbal ständig erniedrigt und geschlagen“, so Bakhshi. Er sei traumatisiert und müsse seit seiner Freilassung Medikamente nehmen, um die „psychischen Attacken“ ertragen zu können. Er wolle den Informationsminister bei einer öffentlichen Debatte gerne fragen, ob Gefangene laut islamischem Recht gefoltert werden dürften, so Bakhshi weiter.

Die iranische Justiz und die Regierung weisen Bakhshis Vorwürfe zurück. Am Mittwoch sagte Mahmoud Vaezi, Büroleiter von Präsident Hassan Rouhani, das Informationsministerium und der Staatsapparat könnten Klage gegen Bakhshis Beschuldigungen erheben.

(fh)