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Lehrerproteste in mehreren Städten

Hunderte LehrerInnen haben sich am Donnerstag in mehreren iranischen Städten versammelt, um für bessere Bezahlung zu demonstrieren. Wie die Nachrichtenagentur ILNA berichtet, war über soziale Netzwerke im Internet zu der Protestaktion aufgerufen worden. Die Lehrkräfte, darunter auch RentnerInnen, versammelten sich vor dem Parlament in Teheran und in weiteren zehn Städten vor den Schulämtern. Sie forderten gleiche Tariflöhne wie andere Beamte sowie Reformen des Versicherungssystems und die pünktliche Auszahlung von Bonus-Beträgen.

Seit mehr als zwei Jahren klagt der iranische Berufsverband der LehrerInnen über die Differenz zwischen den Gehältern von Lehrkräften und anderen Beamten. Diese sei nicht rechtmäßig, da laut Arbeitsrecht für Beamte die Gehälter nach Hochschulabschlüssen geregelt seien. Neben einer Erhöhung ihrer Bezüge forderten die LehrerInnen auch die Freilassung mehrerer inhaftierter Kollegen und des Vorsitzenden des Lehrerverbands, Esmaeil Abdi. Er wurde wegen seiner Aktivitäten zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Im Iran arbeiten etwa eine Million Menschen im Schulwesen. Etwa 55 Prozent von ihnen haben einen Hochschulabschluss. Eine verbeamtete Lehrkraft an einem Gymnasium verdient umgerechnet etwa 500 Euro. Viele Lehrer sind daher gezwungen, Nebenjobs auszuüben, etwa als Taxifahrer.

(fh)