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Kritischer Geistlicher verurteilt

Wegen seiner Aktivitäten auf Instagram hat das iranische Sondergericht für die Geistlichkeit dem Geistlichen Hassan Aghamiri verboten, Gewand und Turban der schiitischen Geistlichkeit zu tragen. Das Urteil gilt lebenslang. Damit ist Aghamiri nicht mehr befugt, als Imam aufzutreten und zu arbeiten. Außerdem wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt, die er in den nächsten fünf Jahren antreten müsse, schrieb Aghamiri am Sonntag auf Instagram.

Aghamiri hat auf Instagram mehr als 1,3 Millionen Follower, überwiegend junge Menschen. Seine dort veröffentlichten Clips sorgten immer wieder für heftige Diskussionen. Mehrmals kritisierte er „Missstände wie Korruption und Repressalien gegen junge Menschen“ im Iran. Die religiösen Hardliner und Aghamiris Gegner warfen ihm „Unwissenheit“ vor. Aghamiri nutze seine religiöse Stellung aus, um berühmt zu werden. Einige iranische Medien gaben ihm den Titel „Telegram-Geistlicher“, da er auch auf dem Instantmessenger Telegram und anderen sozialen Netzwerken aktiv war.

Das Sondergericht für die Geistlichkeit verhandelt Vergehen von Geistlichen. Dazu gehört auch die Verbreitung von Meinungen und Positionen, die der theokratischen Staatsführung des Iran widerstreben. Mitte Juni 2007 verhängte das Sondergericht die Todesstrafe gegen Ayatollah Hossein Kazemeyni Borudscherdi, der sich öffentlich für die Trennung von Staat und Religion im Iran und für Gewaltlosigkeit einsetzt.

(fh)