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Ex-Justizchef Sharoudi beerdigt

Der ehemalige Chef der iranischen Justiz, Mahmoud Hashemi Shahroudi, ist am Mittwoch in der Stadt Ghom beigesetzt worden. Der 70-jährige Ayatollah war am Montag an den Folgen eines Hirntumors verstorben.

Am Mittwoch erwiesen viele Politiker, darunter auch das religiöse Oberhaupt der Islamischen Republik Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, dem Verstorbenen bei einer Gebetszeremonie in Teheran die letzte Ehre. Shahroudi galt als engster Vertrauter Khameneis und als Vorsitzender des Schlichtungsrats als dessen möglicher Nachfolger.

Shahroudi war von 1999 bis 2009 iranischer Justizchef. MenschenrechtsaktivistInnen machen ihn für zahlreiche Hinrichtungen auch von Minderjährigen verantwortlich. Als er sich im Januar 2018 zur medizinischen Behandlung beim International Neuroscience Institute (INI) bei Hannover befunden hatte, war es dort zu Protesten gekommen. Iranische AktivistInnen kritisierten in einem offenen Brief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), dass das Bundesland „diesem Schlächter“ eine Herberge gebe. Shahroudi, „an dessen Händen das Blut vieler Iraner klebt“, sei „für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen und zu verurteilen“.

Auch der Gründer des INI, der deutsch-iranische Neurochirurg Madjid Samii, geriet damals in den Fokus. Während Tausende Menschen im Iran gegen die Machthaber protestierten, werde einer von deren engsten Vertrauten von einem iranischen Professor in Deutschland behandelt, so die Kritik in den sozialen Netzwerken.

(fh)