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Inhaftierter Journalist im Krankenhaus

Der inhaftierte Journalist Isa Saharkhiz ist am Mittwoch ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das meldete die „Internationale Kampagne für Menschenrechte im Iran“ (ICHR) am Donnerstag. Laut Saharkhiz‘ Sohn Mehdi hat sein Vater durch einen Hungerstreik rund 20 Kilogramm Gewicht verloren. Der Inhaftierte war am 11. Februar aus Protest gegen seine Haftbedingungen in den Hungerstreik getreten. Laut Angaben seiner Familie hat er nicht nur die Aufnahme fester Nahrung verweigert, sondern auch keine Flüssigkeit mehr zu sich genommen.

Saharkhiz selbst hatte vor drei Tagen in einem offenen Brief über die „unmenschlichen Zustände“ im Gefängnis berichtet. „Ich werde in einer Einzelzelle festgehalten“, schrieb er dort. Ihm würden Hygieneartikel wie Zahnpasta und Zahnbürste verweigert sowie keine Zeitungen zugestellt. Während seiner Haftzeit in den vergangenen dreieinhalb Monaten erlitt der 63-Jährige mehrere Schwächeanfälle. Er wurde nicht medizinisch versorgt.

Saharkhiz gehört zu den renommiertesten Journalisten des Iran. Er arbeitete jahrelang für reformorientierte Zeitungen. Unter dem Reform-Präsidenten Mohammad Khatami war er Leiter der Presseabteilung des iranischen Ministeriums für Kultur und Bildung. Nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 wurde Saharkhiz wegen der Veröffentlichung kritischer Beiträge mehrmals verhaftet und saß für insgesamt vier Jahre in Haft. Zuletzt wurde er im Dezember 2015 in Teheran wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ festgenommen.

(fh)