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Haftstrafe von politischem Gefangenen verlängert

Die Haftstrafe von Saeed Razavi Faghih, ehemaliges Mitglied der größten iranischen Studentenbewegung, „Tahkim-e Vahdat“ ist vom iranischen Revolutionsgericht in Teheran um 3 Jahre und sechs Monate verlängert worden. Das berichtete das persischsprachige Nachrichtenportal Kalameh am Montag. Demnach beruft sich das Gericht dabei auf eine Rede, die der Oppositionelle in der iranischen Stadt Hamadan gehalten hat. Razavi Faghih hatte dort am 27. Februar 2014 vor iranischen ReformaktivistInnen das konservative iranische Kontrollgremium Wächterrat und den mächtigen Expertenrat scharf kritisiert. Er wurde anschließend festgenommen.

Razavi Faghih ist derzeit im Rajai-Shahr-Gefängnis bei Teheran inhaftiert. Seine zunächst einjährige Haftstrafe endete vor fünf Monaten. Aus Protest gegen schlechte Haftbedingungen trat Razavi Faghih vor einer Woche in den Hungerstreik. Zwei Tage später musste er aus gesundheitlichen Gründen ins Krankenhaus. Nach dem neuen Urteil muss Razavi Faghih weitere zwei Jahre wegen „Beleidigung des religiösen Führers“, ein Jahr wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ und sechs Monate wegen „Beleidigung des iranischen Expertenrats“ im Gefängnis bleiben.

Razavi Faghih, der auch als Journalist für Reformzeitungen arbeitete, war bei den umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 in der Kampagne von Oppositionsführer Mehdi Karroubi aktiv. Nach den Unruhen und den massenhaften Verhaftungen von Anhängern der oppositionellen Grünen Bewegung reiste er ins Ausland. Er kehrte 2013 wieder in den Iran zurück.

(fh)