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„Sabotageakt“ im Persischen Golf

Vier Handelsschiffe aus unterschiedlichen Ländern sind am Sonntag im Persischen Golf  beschädigt worden. Der Iran, die Arabischen Emirate und Ägypten warnen vor Provokationen, die verheerende Folgen haben könnten.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mussavi, sprach von einem „bedauerlichen“ Zwischenfall und verlangte eine „lückenlose Untersuchung“. Mussavis Angaben zufolge hat es vor der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate „Sabotageversuche“ gegen vier internationale Handelsschiffe gegeben. Details zu dem Vorfall wurden nicht bekannt gegeben.

Die Regierung Saudi Arabiens teilte am Montag mit, dass zwei der beschädigten Schiffe Saudi Arabien gehörten. Eins davon sei auf dem Weg in die USA gewesen.

Die Ernst der Lage

Die Lage in der Region verschärft sich täglich. Politische Beobachter*innen aus der ganzen Welt warnen vor einer militärischen Eskalation. „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kriegsgefahr im Persischen Golf sollte Heiko Maas schleunigst nach Teheran reisen, um zu versuchen, Iran im Atomabkommen zu halten“, verlangte Omid Nouripour, außenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag im Gespräch mit dem Spiegel. Für Krisendiplomatie seien direkte Gespräche nötig. Die Lage sei inzwischen „zu ernst für Apelle aus der Ferne“, so Nouripour.

Am Samstag hat auch der iranische Präsident Hassan Rouhani die ernst der Lage mit dem Irak-Iran Golfkrieg verglichen. Der gegenwärtige „Wirtschaftskrieg“ sei problematischer als der achtjährige Krieg zwischen Iran und Irak (1980-1988), so der Regierungschef bei einem Treffen mit Persönlichkeiten aus der Politik in Teheran. „Damals hatten wir nicht die Probleme mit unserem Ölexport und der Kooperation mit den internationalen Banken“, so Rouhani. Gleichzeitig hat er bei der Sitzung die Experten aus der Politik gebeten, die Regierung mit ihren Ideen zu unterstützen.

Am 08.Mai hatte Rouhani, anlässlich des Ausstiegs von USA aus dem Abkommen vor einem Jahr, verkündet, dass Teheran zwei Auflagen des Deals nicht mehr einhalten werde. Zudem setzte er den fünf Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China eine 60-Tage-Frist, sich den gegen sein Land verhängten US-Sanktionen im Öl- und Bankensektor entgegenzustellen.

(fh)