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Frankfurter Buchmesse geht ohne Iran zuende

Die Frankfurter Buchmesse ist diesmal ohne den Iran zu Ende gegangen. Die Teheraner Regierung hatte die VerlegerInnen ihres Landes zum Boykott aufgefordert, da der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie die diesjährige Eröffnungsrede hielt. Einige iranische VerlegerInnen hatten dennoch angekündigt, ihre Bücher dort anbieten zu wollen.

Medienberichten präsentierten am ersten Messetag zehn iranische Verlage einen Teil ihrer Neuerscheinungen auf der Messe. Dies sorgte jedoch bei religiösen Hardlinern im Iran für Verstimmung, so dass Abbas Salehi, der stellvertretende iranische Kulturminister, alle VerlegerInnen bat, die Teilnahme an der Messe zu verweigern. Nun fürchten manche Repressalien bei ihrer Rückkehr in den Iran.

Bis zur letzten Minute vor der Eröffnung der Frankfurter Messe hatten iranische VerlegerInnen gehofft, die Regierung werde ihre Entscheidung rückgängig machen. Irans Kulturminister Ali Jannati hatte nicht nur die Teilnahme iranischer Verlage untersagt, sondern auch Kulturverantwortliche anderer islamischer Länder dazu aufgerufen, die Buchmesse zu boykottieren. Rushdies Auftritt dort würde rechtsradikalen und islamophoben Kräften Rückenwind verleihen, so Jannati

Der verstorbene iranische Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini hatte Rushdie wegen seines als gotteslästerlich empfundenen Werks „Die satanischen Verse“ 1989 mittels einer Fatwa zum Tode verurteilt. Seitdem lebt der britisch-indische Autor unter Polizeischutz an ständig wechselnden Wohnorten. (JE)