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Feuerfest trotz staatlicher Warnungen

Tausende IranerInnen feierten am Dienstagabend trotz staatlicher Warnungen landesweit das traditionelle Feuerfest „Chaharshanbeh Souri“. Vor einigen Tagen hatte der Kommandeur der iranischen Ordnungskräfte, Hossein Sajadi Nia, mitgeteilt, das Feiern sei nur in kleinen Gassen erlaubt. Wer auf den Hauptstraßen der Städte mit Feuerwerk feiern würde, werde verhaftet und über das iranische Neujahrfest am 20. März hinaus festgehalten. Außerdem gab Sajadi Nia bekannt, die Polizei habe bis zum 15. März rund 36 Tonnen Feuerwerkskörper beschlagnahmt. Die meisten davon sollen illegal aus China importiert worden sein und nicht offiziellen Standards entsprechen.

Das Jahrtausende alte Fest „Chaharshanbeh Souri“ wird jedes Jahr in der Nacht auf den letzten Mittwoch des iranischen Kalenderjahres gefeiert, in diesem Jahr der 17. März. Das dann folgende Neujahrfest „Nourouz“ findet in diesem Jahr am 20. März statt. Zu den Ritualen des Feuerfestes gehört, dass die Menschen in ihren Wohnvierteln Feuer entzünden und darüber springen. Gesänge sollen das Feuer beschwören, alle Krankheiten zu verbrennen und im neuen Jahr Gesundheit zu bringen. Auch das Abbrennen von Böllern gehört zum Fest.

Ultra-konservative islamische Kleriker bezeichnen das Feuerfest als „Ritual des Aberglaubens“. Seit der iranischen Revolution vor 36 Jahren versuchen sie, die Zeremonie aus vorislamischen Zeiten abzuschaffen. In diesem Jahr sagte der Großayatollah Abdollah Javadi Amoli, „Chaharshanbeh Souri“ sei „unvernünftig“ und gegen die Sharia, daher müsste das Fest „von einer islamischen Gesellschaft ferngehalten“ werden.

(fh)