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Christen verhaftet

Acht Personen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind, sind am 14. August während eines Gottesdienstes in einer Hauskirche in der Stadt Karaj nordwestlich von Teheran verhaftet worden. Das meldet das persischsprachige Nachrichtenportal Mohabat News, das über christliche Gemeinden im Iran berichtet. Demnach liegen den Familien der Konvertiten keine Informationen darüber vor, wohin die Inhaftierten gebracht wurden.

Derzeit befinden sich im Iran 90 konvertierte Christen aufgrund ihrer religiösen Aktivitäten im Gefängnis.

2010 wurden etwa 66.700 protestantische Christen im Iran gezählt. Neuere Zahlen gibt es nicht. Unter ihnen befinden sich auch vom Islam zum Christentum konvertierte IranerInnen. Sie stehen unter starkem staatlichen Druck, denn nach iranischem Strafrecht drohen bei Apostasie, also Abfall vom Islam, harte Konsequenzen bis zur Todesstrafe. Trotzdem soll in den vergangenen Jahren die Zahl der vom Islam zum Christentum konvertierten IranerInnen stark gestiegen sein.

Von den insgesamt etwa 300.000 ChristInnen, die im Iran leben, sind rund 240.000 Armenier oder Assyrer. Beide Glaubensgemeinschaften sind in der islamischen Republik offiziell anerkannt und haben eine feste Anzahl von Sitzen im iranischen Parlament. Dennoch stehen ihre Gemeinden unter starker staatlicher Kontrolle. Sie dürfen keine persischsprachigen Gottesdienste veranstalten. Seit der islamischen Revolution vor 36 Jahren ist es zudem offiziell verboten, die Bibel auf Persisch zu veröffentlichen.

(fh)