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WebwatchingAufschrei gegen den schmerzhaften Druck

Die Festnahme der Fotografin Noushin Jafari wühlt die iranische Web-Community auf. Die einen verlangen wegen "Blasphemie" die Höchststrafe. Die anderen betonen ihre Unschuld und fordern ihre Freilassung. Der Fall entwickelt sich zum Symbolbild des enormen Drucks, dem iranische Aktivist*inn in letzter Zeit ausgesetzt sind. "Sie werden härter bestraft als Korrupte und Mörder", monieren die Web-Nutzer*innen. mehr »

Noushin Jafari ist nicht die einzige Frau, die in den vergangenen Monaten im Iran festgenommen oder zu beispiellos schweren Strafen verurteilt wurde. Mehrere Arbereiteraktivist*innen und Kritikerinnen der Zwangsverschleierung, unter anderem Saba Kord-Afshari, Sepideh Gholiyan und Marzieh Amiri, wurden in den letzten Wochen zu hohen Haftstrafen und Peitschenhieben verurteilt.

Die Schauspielerin Pegah Ahangarani teilte vor zwei Wochen mit, dass gegen sie ein Ausreiseverbot verhängt wurde. Die 35-Jährige war 2013 zu einer achtzehnmonatigen Haft verurteilt worden.

„Härter bestraft als Korrupte und Mörder“

Die iranische Web-Community regt sich besonders über die Unverhältnismäßigkeit der Strafen für Aktivist*innen und Journalist*innen auf. Sie zieht einen ironischen Vergleich zwischen diesen Urteilen und jenen über Mörder und große Wirtschaftsverbrecher.

„Der Richter Mortazawi zwei Jahre Haft, [die Journalistin] Marzieh Amiri zehneinhalb Jahre Haft“, notiert Ehsan auf Twitter.

Der als „Henker der Presse“ bekannte Teheraner Ex-Staatsanwalt Mortazawi war 2012 wegen Folter und Todesfällen im Kahrizak-Gefängnis nach den Protesten gegen die iranischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 angeklagt worden. Laut Gericht bekam er eine milde Strafe von zwei Jahren, da er Reue gezeigt habe. Er kam am Samstag nach Absitzen von zwei Dritteln seiner Haftstrafe wieder auf freien Fuß.

Die Arbeiteraktivist*innen Esmail Bakhshi, Sanaz Alhayari und ihr Ehemann Amirhossein Mohammadifard, Sepideh Gholian, Amir Amirgholi, Mohammad Khonifar und Assal Mohammadi wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt!

Die Arbeiteraktivist*innen Esmail Bakhshi, Sanaz Alhayari und ihr Ehemann Amirhossein Mohammadifard, Sepideh Gholian, Amir Amirgholi, Mohammad Khonifar und Assal Mohammadi wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt!

Auch das Schicksal des ehemaligen Teheraner Bürgermeisters Mohammad Ali Nadschafi sorgt unter den Nutzern der sozialen Netzwerken für Aufregung. Der Reformer und Mathematikprofessor wurde vom Gericht schuldig gesprochen, Ende Mai seine Zweitfrau Mitra Ostad erschossen zu haben. Nadschafi wurde kürzlich gegen eine Kaution von umgerechnet 87.000 Euro aus dem Gefängnis entlassen. „[Der Justizchef] Raisie: ‚Das Volk soll den süßen Geschmack der Gerechtigkeit genießen!‘ Währenddessen kam Mohammad Ali Nadschafi […] gegen Kaution frei und die zwanzigjährige Saba Kord-Afshafr wurde zu 24 Jahren Haft verurteilt“, hält ein Nutzer dazu fest.

Die Vorsitzende der Frauenkommission im iranischen Parlament, Parvaneh Salahshouri, hat am Sonntag bei einer Ansprache im Parlament die hohen Strafen für die Arbeiteraktivistinnen kritisiert.

# BanIRSportsFederations

Eine andere Gruppe iranischer Nutzer*innen versucht das Islamische Regime durch internationale Druckmittel zu Zugeständnissen zwingen. Mit dem Hashtag „BanIRSportsFederations“ reagiert sie unter anderem auf das Stadionverbot für Frauen im Iran. „Alle Sportverbände der Islamischen Republik sollten sanktioniert werden“, twittert Abolfazl Shafiei.

Zuvor hatte der Welt-Fußballverband FIFA gedroht, sollte das Stadionverbot für Frauen fortbestehen, würde der iranische Fußballverband von der Weltmeisterschaft 2022 ausgeschlossen.♦

IMAN ASLANI

© Iran Journal

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