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Plötzlich sind alle Revolutionsgarden

Iran und die Revolutionsgarden sind eins, so die herrschende Stimmung am Tage danach. Trumps harte Haltung wirkt wie ein Bumerang. Der moderate Präsident und die radikale Revolutionsgarde sprechen nun eine gemeinsame Sprache. Enttäuschung über alles Politische ist das herrschende Gefühl, das man in den sozialen Medien wie auch in den Zeitungen vorfindet. mehr »

Alles scheint brisant, was amadnews schreibt, von allem hat man irgendwie gehört oder geahnt. Doch verifizieren lassen sich die Geschichten nicht. Der Grund ist einfach: Bei den sonst Gesprächswilligen, also den so genannten Reformern, stößt man auf eine Mauer des Schweigens, denn mit den mächtigen Revolutionsgarden oder deren Anführern will und kann man sich nicht anlegen. Und dieses Schweigen ist interpretierbar in allerlei Richtungen.

Für die Radikalen dagegen ist die Sache schon klar, sie reden darüber. Auf den Webseiten der Revolutionsgarden, der Geheimdienste oder der Freitagsprediger wird amadnews als zionistisches Projekt tituliert, hinter dem diverse Geheimdienste stünden. Fars, eines der wichtigsten Portale der Revolutionsgarden, vermutete hinter amadnews einen vom türkischen Geheimdienst protegierten Nachrichtenkanal. Es ist allerdings müßig, herausfinden zu wollen, wer wen protegiert oder leitet.

Trump zwingt zur Radikalisierung

Einst aber ist unbestreitbar: Amadnews ist offenbar das Sprachrohr jener Leute, die mit dem Geheimdienst sehr eng verbunden sind und Rouhanis Politik nach Mäßigung im Inneren und vorsichtiger Öffnung nach außen unterstützen.

Doch Trumps Iranstrategie zwingt alle zur Umkehr, selbst die Webseite amadnews. Der Schulterschluss ist nun umfassend, Trump sei gedankt.

Am Tag nach Trumps Rede veröffentlichte die Webseite am Samstag eine geheime Anordnung der Revolutionsgarden zur Mobilmachung. Diese Alarmbereitschaft solle sowohl der „sozialen Unruhe“ als auch einem „amerikanischen Angriff“ begegnen können: Die Reformer sind alle über Nacht zu glühenden Anhängern der Revolutionsgarden mutiert. „Alle Iraner sind Revolutionsgarden“, twitterte Industrieminister Schariatmadari am Samstag und alle Kabinettsmitglieder folgten ihm.

Auf Anordnung Trumps behandelt das US-Finanzministerium seit Freitagabend die Garden wie eine Terrororganisation. Doch die Revolutionsgarden sind viel mehr, als sich Trump vorstellt, sie sind inzwischen eine Armee mit Wehrpflichtigen.

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