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Iran - USADer vierte November – ein Gottestag

Für die Bekanntgabe der neuen Sanktionen gegen den Iran hat sich US-Präsident Donald Trump einen symbolträchtigen Tag ausgesucht. Der 4. November ist der Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft in Teheran vor fast 40 Jahren. In diesem Jahr soll der Tag der Beginn einer neuen Strategie gegen den Iran sein. Im neuen kalten Krieg nimmt der Gottesstaat den Platz der untergegangenen Sowjetunion ein. Doch auch die Mächtigen in Teheran haben ihre Strategie. mehr »

Doch ob die windigen „Schwarzhändler“ auch diesmal ähnlich erfolgreich sein werden, ist zweifelhaft. Die Trump-Administration hat vorgesorgt. Mitte August ernannte US-Außenminister Mike Pompeo den erfahrenen Politikberater Brian Hook zum Iran-Sonderbeauftragten. Hook war ein enger Berater des früheren Außenministers Rex Tillerson, arbeitete mit dem nationalen Sicherheitsberater John Bolton zusammen, und ist für seine entschiedene Haltung gegen den Iran bekannt. Nun leitet Hook eine Aktionsgruppe, die iranische An- und Verkäufe weltweit strikt überwacht. Vor allem den Verkauf iranischen Erdöls, auf welchem Weg auch immer, soll sie unterbinden. „Hooks Iran-Aktionsgruppe wird den Druck auf den Iran koordinieren, sie wird für die Steuerung, Überprüfung und Koordinierung aller Aspekte der Aktivitäten des Außenministeriums im Iran zuständig sein und direkt an mich berichten“, sagte Pompeo bei ihrer Vorstellung.

Iran nimmt den Platz der Sowjetunion ein

Offenbar erleben wir eine Zeitenwende in der US-amerikanischen Außenpolitik gegenüber dem Iran. Auf der Webseite des amerikanischen Außenministeriums ist seit Anfang Oktober ein langer Text Pompeos zu lesen. Der Titel: „Confronting Iran: The Trump Administration’s Strategy“.

Die ersten Sanktionen gegen den Iran wurden 1980 wegen der Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran verhängt

Die ersten Sanktionen gegen den Iran wurden 1980 wegen der Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran und die Gefangennahme der BotschaftsmitarbeiterInnen verhängt 

 

Schon der erste Satz kündigt an, wohin die Reise geht. Er lautet: „The end of the Cold War forced new thinking among policymakers and analysts about the greatest challenges to U.S. national security.“ Dem folgt eine lange Analyse, warum die Islamische Republik für die Sicherheit Amerikas und der ganzen Welt eine Gefahr darstelle; dann folgen einzelne Taten und Untaten des Regimes rund um die Welt. Schließlich beschäftigt sich der Außenminister in seinem Beitrag mit der Innenpolitik der iranischen Regierung und sagt das Ende des Regimes voraus. Liest man diesen Text gründlich, kommt man unweigerlich zu dem Schluss: Der Iran ist für die neue US-Regierung die Sowjetunion unserer Zeit. Und so wie die westliche Welt einst alles daran gesetzt hat, die Sowjetunion zu besiegen, kommt man auch heute nicht umhin, gemeinsam und unter Führung der USA auf den Niedergang des iranischen Regimes hinzuarbeiten.

Die Mächtigen in Teheran haben längst begriffen, worum es geht. Ihre Macht steht auf dem Spiel. Und die kommenden Monate werden entscheidend sein. Sie wissen, warum sich Donald Trump für die Verkündung seiner neuen Sanktionsliste gerade den 4. November ausgesucht hat.

4. November: der symbolträchtige Tag

Für die verhängnisvolle Beziehung zwischen Teheran und Washington findet sich im Kalender kein anderer Tag, der so symbolträchtig wäre. Am 4. November 1979 nahm jene Katastrophe ihren Lauf, deren Folgen bis heute andauern. Damals stürmte eine Gruppe von Studenten das Gelände der US-Botschaft in Teheran und nahm 63 amerikanische Staatsbürger gefangen. Die Islamische Republik war gerade sieben Monate alt. Die US-Diplomaten wurden 444 Tage lang festgehalten und fast täglich mit verbundenen Augen der internationalen Presse vorgezeigt. So wurde die größte Weltmacht 15 Monate lange mediengerecht der Weltöffentlichkeit vorgeführt. Die Mehrheit der Amerikaner empfand dieses Ereignis als größte Erniedrigung ihrer jüngsten Geschichte. Und diese Wahrnehmung bestimmt seit fast vierzig Jahren die feindselige Nichtbeziehung zwischen Teheran und Washington.

Nie vergehende Feindschaft
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