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Der „Rat zur Regulierung des Übergangs“Eine Alternative zur Islamischen Republik?

50 bekannte iranische Oppositionelle im Ausland haben mit Hilfe politischer AktivistInnen im Iran einen "Rat zur Regulierung des Übergangs“ zur Abschaffung der Islamischen Republik gebildet. Über dessen Ziele, Aufgaben und Herausforderungen sprach Iran Journal mit Dr. Mehran Barati, Stellvertreter des Generalsekretärs und Verantwortlicher für internationale Beziehungen des Rates. mehr »


Darüber haben sich die Oppositionellen immer Gedanken gemacht. Unser Rat ist der Meinung, dass man mit allen politischen Gruppierungen innerhalb des Irans in Dialog treten soll, auch mit den Anhängern des Regimes. Ein Teil der demokratischen Opposition im Ausland hat die Reformisten innerhalb des Regimes unterstützt. Aber diese wollten sich nicht mit den säkularen Kräften zusammensetzen, um einen Ausweg aus der Misere zu finden. Das heißt, für uns ist eine einzige Möglichkeit geblieben, und das ist die Überwindung der islamischen Herrschaft. Es gibt genügend Beispiele, dass eine Zusammenarbeit von Teilen des Systems mit Oppositionellen möglich ist. Wir brauchen nur ins deutsche Nachbarland Polen zu schauen. Aber was dort möglich war, ist leider im Iran nicht möglich. Das islamische Regime will die Alleinherrschaft nach islamischem Recht und duldet keine Opposition.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass derartige politische Veränderungen in einem Land ohne die Hilfe aus anderen Ländern, besonders den USA oder mächtigen europäischen Ländern, nicht oder nur schwer zustande kommen. Hoffen Sie auf ausländische Hilfe?

Politische Veränderungen, die von ausländischen Mächten initiiert werden, haben nie Erfolg gehabt. Die Bewegung muss im Inneren entstehen. Wir haben keine Hoffnung, dass eine Bewegung im Iran durch die Unterstützung der USA, Saudi-Arabiens oder eines europäischen Staates zum Erfolg führt. Das ist illusorisch und auch nie unsere Absicht gewesen. Wir setzen nur auf die Kraft unserer eigenen Bevölkerung.

An der Revolution waren alle gesellschaftlichen Schichten beteiligt

An der Revolution von 1979 waren alle gesellschaftlichen Schichten beteiligt

 

Die Gegnerschaft zu den USA ist in Teilen der iranischen Opposition nicht zu übersehen. Wie wollen Sie damit umgehen?

Wir haben keine Gegnerschaft zu den USA oder zu Israel. Und wir halten die Unterstützung der demokratischen Staaten in Europa für sehr wesentlich. Wir suchen die friedliche Koexistenz mit der ganzen Welt, insbesondere mit den Nachbarländern des Iran. Wir haben in unserem Programm sogar die Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes mit den Nachbarländern und darüber hinaus mit Indien vorgesehen. Wir möchten Möglichkeiten schaffen, die Reichtümer dieser Region und ihr technologisches Können so zu organisieren, dass alle Länder dort sich ökonomisch entwickeln und voneinander profitieren können.

Was Sie sich vorgenommen haben, ist ohne finanzielle Unterstützung nicht möglich. Haben Sie Sponsoren?

Ja. Es gibt iranische Großunternehmer im Ausland, die sich bereit erklärt haben, unsere Arbeit zu unterstützen.

Kann man sie auch nennen?

Ali Ale-Reza, der in Kalifornien lebt, hat mit 100.000 Dollar den Anfang gemacht. Es gibt Bestrebungen vonseiten iranischer Unternehmer in Europa und den USA, einen Fond zu schaffen, durch den wir die Angehörigen verhafteter Protestler und Aktivisten finanziell unterstützen können. Was wir von ausländischen Staaten erwarten, ist eine moralische Unterstützung. Ich bin mir sicher, dass die iranische Bevölkerung keine Alternative des Regimes akzeptieren würde, die nicht von demokratischen Staaten der Welt akzeptiert wird.

Wie ist die Resonanz auf die Gründung Ihres Rates in persischsprachigen Medien?

Wir haben sehr viele Interviews mit TV-Sendern und Online-Portalen im Ausland wie BBC, Deutsche Welle, Iran International gehabt. Dazu haben wir Social-Media-Experten, die unsere Nachrichten via Twitter, Instagram und andere Netzwerke verbreiten. Das heißt, die iranische Bevölkerung ist über unser Vorhaben informiert.

Und wie ist die Reaktion der politischen Gruppierungen, die nicht im Rat vertreten sind?
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