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Verhaftungen wegen Nichteinhalten des Fastens

41 Frauen und 51 Männer sind am Dienstag in der iranischen Stadt Täbriz verhaftet worden, da sie in einem Coffeeshop während des Fastenmonats Ramadan vor dem abendlichen Ende der Fastenzeit gegessen und getrunken hatten. Das teilte die Polizei der ostaserbaidschanischen Provinz iranischen Nachrichtenagenturen zufolge mit. Laut Mitarbeitern des Hotels, zu dem das Café gehört, soll es sich bei den Gästen um Reisende gehandelt haben. Reisende sind laut islamischem Recht vom Fasten befreit. Die Polizei dagegen teilte mit, dass sich „Fastenbrecher“ unter die Reisenden gemischt hätten. Zudem seien die Fensterscheiben des Lokals nicht abgedeckt gewesen, so dass Passanten die Essenden sehen konnten. Einen Tag zuvor waren bereits 72 Personen aus dem gleichen Grund in der Stadt Hamedan festgenommen worden.

Im Ramadan ist im Iran das Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit per Gesetz verboten. Nur Reisende und Hotelgäste dürfen Mahlzeiten bestellen. Dabei müssen Restaurants sie vor den Blicken anderer Gäste abschirmen. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen nach islamischem Recht zwei bis zehn Monate Haft sowie bis zu 74 Peitschenhiebe.

Das Fasten im heiligen Monat Ramadan zählt zu den fünf Säulen des Islam. Muslime sind angehalten, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Nur Kranke, Reisende, Hochschwangere und stillende Mütter sind vom Fasten befreit.

(fh)