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Todesstrafe für iranischen Arzt

Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat in einem offenen Brief die sofortige Aufhebung der Todesstrafe für den iranischen Mediziner Ahmadreza Djalali gefordert. Der AI-Direktor für den Mittleren Osten und Nordafrika, Philip Luther, bezeichnete Prozess und Urteil als „äußerst unfair“. Der Fall zeige, dass die iranische Justiz nicht nur eine „ernste Befürworterin“ der Todestrafe sei, sondern diese auch in einer „sehr unwürdigen Art und Weise“ umsetze, so Luther. Die Anwälte ihres Mannes hätten keine richtige Akteneinsicht bekommen, sagt Djalalis Ehefrau Vida Mehranniya.

Der in Schweden lebende Professor und Katastrophenmediziner Djalali war im April 2016 festgenommen worden, als er sich auf Einladung von zwei Universitäten zur Teilnahme an einem Kongress in seinem Heimatland aufhielt. Seitdem wird der 45-Jährige im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten, fünf Monate der Zeit in Einzelhaft. Ihm werden Spionage und Kooperation mit Israel vorgeworfen.

Während der Haftzeit ist Djalali für mehrere Wochen in den Hungerstreik getreten. Laut seiner ebenfalls in Schweden lebenden Frau ist sein Gesundheitszustand kritisch. Am Samstag, dem 21. Oktober, wurde seiner Rechtsanwältin Zeinab Taheri das Todesurteil für ihren Mandanten mitgeteilt.

(fh)