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Spirituelles Oberhaupt der Gonabadi-Derwische gestorben

Noor-Ali Tabandeh, auch bekannt als Majzoub Ali Shah,  ist am Dienstag in einem Teheraner Krankenhaus gestorben.

Der 92-jährige Tabandeh war der spirituelle Führer der Gonabadi-Derwische. Er hatte in Frankreich Jura studiert und gehörte zu den Kritikern des islamischen Regimes. Deshalb saß Tabandeh fast zwei Jahre im  Gefängnis und stand seit Februar 2018 unter Hausarrest.

Social-Media-Nutzer berichteten am Mittwoch von einer starken Präsenz von Sicherheitskräften in der Umgebung des Krankenhauses, in dem Tabandeh verstorben ist. „Mit Schlagstöcken, Schusswaffen und Tränengas ausgerüstete Bereitschaftspolizei hat alle Straßen, die zur Zartosht-Straße (wo sich das Krankenhaus befindet) führen, vollständig besetzt“, twitterte ein Benutzer heute Nachmittag auf Persisch.

Noor-Ali Tabandeh war wegen Komplikationen nach einem Hungerstreik ins Krankenhaus eingeliefert worden, mit dem er gegen die Einschränkungen protestiert hatte, die ihm und seinen Anhängern auferlegt worden waren.

Viele seiner Anhänger sitzen immer noch in den iranischen Gefängnissen. Seit mehr als sieben Wochen befinden sich 14 von ihnen in den Städten Teheran, Shiraz, Karaj und Boroujerd im Hungerstreik. Berichten zufolge sind einige der inhaftierten Hungerstreikenden mittlerweile in „äußerst kritischer“ körperlicher Verfassung.

Die islamischen Machthaber im Iran sehen Sufis als „Abtrünnige“ und verdrängen sie mit allen Mitteln aus der Gesellschaft. (fp)

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