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Staatsfernsehen soll Künstler kontrollieren

Der Aufsichtsrat des iranischen Staatsfernsehens hat die verantwortlichen MitarbeiterInnen angewiesen, die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen abzubrechen, die auf sozialen Netzwerken „unangemessene Fotos“ veröffentlichten. Das meldete die iranische Nachrichtenagentur ISNA am Samstag. Ziel der Maßnahme sollen KünstlerInnen sein, die „unmoralische“ Fotos auf ihren Profilen veröffentlicht haben, die nicht den Richtlinien des Staatsfernsehens entsprächen.

Die Pressestelle des iranischen Staatsfernsehens teilte dazu mit, dass keine MitarbeiterIn wegen Aktivitäten auf sozialen Netzwerken eingeschränkt werden solle.

Die Hardliner im Iran kritisieren seit längerem nicht nur Fotos, sondern kontrollieren auch Texte, die iranische KünstlerInnen auf sozialen Netzwerken veröffentlichen. In jüngsten Fall ging es um einen Tweet des iranischen Kino-Stars Bahram Radan, in dem dieser den Beschluss des obersten Gerichtshofs der USA über die Homosexuellenehe als „historische Entscheidung“ bezeichnet. Wie der Schauspieler einige Tage später berichtete, wurde er deshalb ins Kulturministerium bestellt und musste sich in einem öffentlichen Brief bei der iranischen Bevölkerung für seine Äußerungen entschuldigen. Der Brief wurde in der ultrakonservativen Zeitung Keyhan veröffentlicht.

(fh)