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Scheidungsrekord im Iran

Von April 2017 bis zum März 2018 haben sich im Iran rund 175.000 Paare scheiden lassen. Diese Zahl teilte das staatliche iranische Registrierungsamt am Montag mit. Damit ist ein Scheidungsrekord in der iranischen Geschichte verzeichnet worden. Gleichzeitig sank die Zahl der Eheschließungen mit 609.000 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent.

Die Scheidungsrate im Iran hat in den vergangenen zwanzig Jahren enorm zugenommen. Sie lag 2014 vier Mal höher als vor knapp zehn Jahren. Beobachter sprechen von einem „Scheidungstsunami“.

Für die negative Entwicklung gibt es verschiedene Gründe. Vor einigen Monaten sagte die iranische Vizepräsidentin für Frauenangelegenheiten, Shahindokht Molaverdi, ein Hauptgrund sei die „sexuelle Unzufriedenheit“ von Paaren. In 17 Provinzen soll ein Projekt des Gesundheitsministeriums künftig Beratungsangebote für Ratsuchende anbieten.

Der iranische Staat versucht, gegen die steigende Scheidungsrate anzugehen. Staatliche Online-Heiratsvermittlungen wie „Hamsan Gozini“, auf Deutsch „Suche nach Gleichgesinnten“, sollen junge Menschen zum Heiraten motivieren.

(fh)